1 Woche

Freitag 3.6.

Unser heuriger Haupturlaub führt uns nach Korsika. Warum ausgerechnet Korsika. Ich weiß nicht genau, aber wir haben viel über diese Insel gehört, dass die so schön sein soll. Geplant hatte ich eigentlich Kroatien. Nachdem ich einige Reiseführer von Kroatien besichtigt und gelesen hatte wurde mir erst klar, dass da sehr viel Kultur drinnen steckt. Wir beide sind Naturliebhaber und absolute Kulturbanausen. Also wurde daraus Korsika. Und dann ging es erst richtig los mit lesen, suchen, unterhalten, ausdrucken etc. Zuerst einmal besorgte ich mir einen Wohnmobilreiseführer. Der wurde mal verschlungen so interessant war der. Nebenbei habe ich mir Notizen gemacht was wir uns alles anschauen, besuchen, erwandern und schwimmen werden. Na das wird ein lange Liste. Nur mit dieser Liste konnte ich nicht viel anfangen. Also wurde eine Autokarte gekauft. Weißt eh, so eine riesige, die man alleine gar nicht halten kann. Die hab ich dann umfunktioniert. Die Hinweise rundherum wurden weggeschnitten und mit blauen und rotem Kugelschreiber alles angezeichnet was interessant sein könnte. Mittlerweile ist die schon ganz zerfleddert, so oft hab ich die aufgemacht Orte eingekreist, Pfeile gemacht und dazugeschrieben. Foto wird gemacht – natürlich, damit man sich das auch vorstellen kann. Wandern ist ja auch auf der Insel ein großes Thema. Hohe Berge und angeblich schöne Wanderungen. Also mussten auch Wanderkarten gekauft werden. Aus dem Internet habe ich mir auch noch einen Reiseführer ausgedruckt. Man will ja wissen wo sind die schönsten Campingplätze, die schönsten Strände, die Märkte zum Flanieren und zum Einkaufen, die romantischsten Badegumpen usw. Gefunden hab ich viel, alles wurde mehrmals durchgelesen, Zettelchen angeheftet und wieder weitere Notizen gemacht. Naja eigentlich sollte man den Eindruck jetzt haben, ich weiß wo was ist. Nein, da muss ich euch enttäuschen. Ich denke aber, dass das die richtige Insel für unseren Urlaub ist. Wandern, Strand und Ruhe. Natur pur. Meine Vorbereitungen haben daher schon sehr zeitig begonnen. Die Vorfreude soll ja bekannterweise die schönste Freude sein. Ja und nicht zu vergessen, Wolfgang hab ich natürlich auch mit allen was interessant war genervt.
In der letzten Woche vor unserer Abfahrt war alles wie immer sehr hektisch. Im Büro wollte ich fertig werden, im Club wollten wir noch tanzen und Wolfgang hat auch noch gecallt an einem Abend. Ach ja hab ich ganz vergessen, unser Schnucki musste auch auf Vordermann gebracht werden. Damit hat sich Wolfgang in den Wochen vorher herumgeärgert. Aber bis auf den Teil wo Öl raustropft ist alles in Ordnung. Wie jeder weiß interessiert mich das eher gar nicht, das ist Wolfgangs Aufgabe sich um die Sicherheit unseres Schnuckis zu sorgen.
Am Mittwoch bin ich dann noch rasch meiner Nebenbeschäftigung nachgegangen und hab am PC gearbeitet. Auch die Wäsche wurde an diesem Tag gewaschen. Einkaufen und vorkochen war für Donnerstag geplant. Freitag hatte ich Gott sei Dank einen Urlaubstag. Wolfgang hat es sich nicht nehmen lassen und war auch schon mit Freitag, also heute, in Urlaub. Nur die Urlaubsstimmung lässt noch zu wünschen übrig. Zwar sind wir schon kur nach sieben Uhr Früh aufgestanden, aber losgefahren sind wir erst pünktlich um 12 uhr. Was wir so lange gemacht haben? Ja das ist eine gute Frage. Alles was ich hergerichtet habe, Wäsche von uns Beiden, Lebensmittel und was man sonst noch so mitbraucht hat Wolfgang zum Schnucki geschleppt. Derweilen hab ich noch eine Biskuitroulade ganz frisch gebacken.
Das Verstauen hat dann auch noch einige Zeit in Anspruch genommen. Die Wäsche wurde im hinteren Teil in den Flugzeugklappen verstaut. Da war es auch nicht schwer diese herzurichten. Ist ja ein Sommerurlaub. Trotzdem mussten warme Weste, Regenjacken und die Wandersachen mit. Außerden hat mir Wolfgang einen Bikini gekauft, der muss natürlich auch ausgeführt werden. Richtig, Bikini und Doris. Passt nicht gell? Hoffentlich sieht mich niemand der mich kennt.  Für unsere womo Küche bin ich auch gerüstet. Mehl, Zucker, Hefe, Tee, Kaffee, Backsachen musste alles mit, wie auch fast jede Art von Gewürzen. Ich hab mir vorgenommen, Brot und Kuchen im Omina zu backen. Im Vorfeld habe ich mir eine ganzes Konvolut an Rezepten zusammengesucht. Bis auf Obst und Gemüse, das ich frisch kaufen möchte, wurde der Eiskasten bis auf den letzten Platz ausgenutzt. Das Gefrierfach wurde ausgemessen und danach Schüsserln von Tupperware besorgt. Darin hab ich Saucen und Fleisch versteckt. Einen großen Stauraum hab ich noch nicht erwähnt und zwar der unter dem Bett, unser Kofferraum. Da sind die üblichen Sachen drin, die man einfach mitführen muss, wie lange Kabeln, Stützen, Campingtisch, Befestigungsmaterial und jede Menge Kleinkram. Neu dazugekommen sind Campingstühle, die gleichzeitig auch Betten sind. Herrlich, die werden ganz sicher getestet. Zwei Tabletts mit Bier und jede Menge Wasserflaschen,. Nachdem wir nicht wissen, ob und wann wir zu Wasser zum Trinken kommen, nehmen wir sie auf alle Fälle mit. Wanderschuhe sowie Kartoffel und Zwiebeln durften auch wieder mit.
Im Garten alles gerichtet, Froschi auf Wiedersehen gesagt, Nachbarn verständigt zum Postkasterl ausräumen, Fenster schließen, alles ausstecken, Heizung unseres Wasserbettes zurückdrehen – hab ich was vergessen? – sind wir bepackt mit PC, Handtasche und den Kopf voller Gedanken ob auch alles erledigt ist, zum Schnucki, wo wir zuerst zum Lagerhaus fuhren, um das Gewicht zu eruieren. Tja leider, 12 Uhr, Mittagspause. Eine Stunde wollten wir aber auch nicht warten, ich hab die erste Fahrt übernommen, nix wie auf die Autobahn. Für mich war die Fahrt über die Tangente eine echte Herausforderung. Durch die vielen Baustellen und Stau wegen eines Unfalls bei Inzersdorf haben wir eine gute Stunde verplempert.
Platztausch in Kärnten. Ab sofort ist Wolfgang gefahren. Unser Ziel ist Spilimbergo. Ein Stellplatz für eine Nacht in Italien. Kaum über die österreichische Grenze in Italien mussten wir ein Ticket für die Autobahn ziehen. Kennen wir doch, sagt Wolfgang. Da muss ich nur den roten Knopf drücken und dann kommt ein Ticket raus. Es kommt wie es kommen musste, den roten Knopf hat Wolfgang gedrückt aber das Ticket ist hinuntergefallen. Der Schranken geht auf, aber das Ticket liegt am Boden. So jetzt schnell raus….ui…ist das eng, ein Dicker kommt aus dem Auto nicht raus, aufheben, rein und losfahren. Gut, dass der Schranken noch nicht wieder zugegangen ist. Komischerweise hatte das Ticket kein Datum aber wir durften trotzdem bei der Ausfahrt etwas bezahlen. Na Gott sei Dank. Bei der Fahrt zum Stellplatz sind wir unter anderem bei der Prosciutto Produktion in San Daniele vorbeigekommen.
Spät aber doch sind wir am Stellplatz angekommen. Der Hunger war dann aber auch schon so groß, dass auch gleich der selbstgemachte Kümmelbraten vertilgt wurde. Nach einer Tasse Kaffee liegt Wolfgang schon im Bett und ich schreib meine letzten Zeilen für heute.
 

Samstag, 4.6.2016

Nachdem es in der Nacht zu regnen begonnen hatte, wolfgang aufstehen musste um das Fenster zu schließen und ich wie erwartet Rückenschmerzen bekam sind wir doch erst gegen halb acht aufgestanden. Nach einem kurzen Frühstück geht unsere Reise in Italien weiter. Leider bei nicht wirklich schönem Wetter. Es hat immer wieder geregnet. Eigentlich sollte der heutige Tag ja noch nicht besonders aufregend werden.
Auf der Autobahn über Undine, Venedig, Milano, Bologna, Firenze und Grosseto sind wir endlich am Hafen in Livorno angekommen. Zum Teil konnten wir über eine Panoramastraße durch die Toscana fahren. Rundherum alles grün mit tollen Brücken. Zu dieser Zeit bin aber gerade ich hinter dem Steuer gesessen, ja Wolfgang und Gegend schauen…
Am Hafen um 14.30 Uhr angekommen, ist der riiiiiesig und keine Menschenseele zu sehen. Alles scheint ruhig zu sein. Der erste Spaziergang, ich könnte ja was versäumen. Nach einem Mittagessen sitze ich zwischen Tür und Angel und bin am Schreiben und Wolfgang steht draußen und gibt jeden Vorbeikommenden Auskunft, ob man stehen bleiben darf, wo es die Tickets gibt und welche Fähre wann ablegt. Mittlerweile ist es 21 Uhr. Inzwischen habe ich schon viele Spaziergänge hinter mir. Ständig sind wir neugierig. Außerdem stehen wir erste Reihe fußfrei. Ununterbrochen tut sich was. Inzwischen sind Fähren angekommen und auch abgefahren. Alles war interessant. Viele Fragen tauchen von anderen auf. Wer fährt wann, wo steht wer. Was pack ich alles für die 4 stunden Überfahrt ein? Wird es kalt sein? Ich werde “zsambickte” Brote mit Wurst herrichten und was zum Trinken mitnehmen. Morgen um 6 Uhr soll das Einschiffen beginnen. Es bleibt spannend. Um halb fünf ist Tagwache, bevor wir von den Wächtern geweckt werden.
Jetzt gibts noch ein Tratscherl mit Oberösterreichern.
Gute Nacht bis morgen.
 

Sonntag, 5.6.2016

Pünktlich um acht Uhr heißt es Leinen los und wir verlassen das Festland Richtung Korsika. In drei Wochen sehen wir es wieder. Auf der Fähre ist es anfangs kalt und wir ziehen uns warm an. Nach einem Espresso finden wir ein Platzerl an Deck wo wir in Liegestühlen das erste Mal das Gesicht in die Sonne halten können. Mittlerweile ist es schon recht warm. Zwar sitzen wir in der Nähe von den Motorenq aber das stört uns nicht. Man gewöhnt sich an alles. Nach drei Stunden passieren wir die Insel Elba.
Wir haben dann ein Platzerl an der Reling gefunden, wo die Küste und lauter hohe Berge Korsikas an uns vorbeizogen. Von der “Fingerspitze” bis nach Bastia, wo die Fähre angelegt hat konnten wir sehen wie wir immer näher kamen. Na waren wir gespannt was da auf uns warten wird. Auf die Frage, ob er sich vor dem Autofahren auf Korsika schreckt, nimmt Wolfgang das sehr gelassen. Dann ging alles sehr schnell. Nachdem wir als erster in den Schiffsbauch gefahren sind, müssen wir auch als erster wieder raus. Du weißt zwar absolut nicht was da draußen auf der Straße auf dich wartet, aber jetzt musst einfach losfahren. Die ersten Eindrücke, na bumm, wo muss ich hin, da ist es heiß (unsere Klimaanlage geht nicht!) biegen wir einfach Richtung bonifacio, das im Süden liegt, ab. Da kommen auf der Straße dann plötzlich immer Tunnels, da dürfen wir aber nicht fahren, dafür sind wir zu hoch. Die Tussi kennt die Kreisverkehre auch noch nicht. Im ersten Moment waren wir überfordert. Endlich draußen aus Bastia wollen wir einen Campingplatz an der Ostküste anfahren. Bei der Moriani Plage liegt der 4 Stern Campingplatz Merendella. Nachdem wir einen Platz uns ausgesucht haben gehen wir zur Rezeption. Na Gott sei dank spricht der Englisch. Da versteh ich wenigstens was. Beim Entsorgen beginnt es zu regnen. Ein Gewitter ist im Anmarsch. Einparken und auf die Stützen stellen. Dabei bin ich allerdings dann schon so genervt, dass ich nimmer mag. Wir schlafen zwar schief aber jetzt ist endlich Ruhe. Wir sind mal für drei Tage angekommen.
 

Dienstag, 7.6.2016

Sodala, was haben wir seit sonntag gemacht, außer nix.
Schlafen, kochen, essen, spazieren gehen, lesen sowie einfach nur dahinträumen und die Seele baumeln lassen.
Der Strand ist nicht gerade sauber aber vom Platz aus hört man das Rauschen des Mittelmeeres. Außerdem merkt man die Vorsaison, es ist uuuuur ruhig. Die Bachstelzen, Spatzen und Amseln sind sehr zutraulich und kommen bis zum Auto. Jede Menge Geckos flitzen herum und am Abend sind die Fledermäuse unterwegs. Nicht zu vergessen das Froschkonzert vom daneben liegenden Teich.
Zuerst waren wir Obst und Gemüse einkaufen. Auch das einheimische Bier Pietra wollte von Wolfgang gekostet werden. Außer teuer, war es ihm zu süß.
Nach einem ausgiebigen Strandspaziergang haben wir dann gekocht. Brot im Omina, für die nächsten Tage zum Frühstück, Gulasch und am Abend als Leckerbissen hab ich Marillenknödel gezaubert. Geht alles auch in der kleinen womo Küche. Na da haben Wolfgangs Augen gestrahlt.
Morgen gibts dann noch Frühstück – natürlich wird das frisch gebackene Brot verkostet – dann gehts los ins Landesinnere.
 

Mittwoch, 8.6.2016

Mit WC-Papier, Duschgel, Haarwaschmittel und Handtuch gehts das letzte mal auf diesem CP zu den Sanitäranlagen.
Nach dem Frühstück, alles sicher verstauen, Wasser fassen und auschecken ist es fast schon 10 Uhr.
Richtung Süden bis nach Aleria. Dort biegen wir das erste mal auf eine schmale Straße ab. Ich denke, an solche Straßen sollten wir uns die nächsten Tage und Wochen gewöhnen. Ab dem oberen Staubecken bei Ghisoni ist die Straße nicht nur schmal sondern auch seeeehr kurvig. Da wirds eng wenn Gegenverkehr ist. Nach Ghisoni gehts auf einer Höhenstraße weiter Richtung Col de Verde. Immer wieder besteht die Möglichkeit stehen zu bleiben um zu fotografieren. Das einzige Problem das wir haben sind die Coordinaten im Reiseführer. Irgendwie passen die nicht zusammen. Die Aussicht ist ein Traum. Vor Col de Verde biegen wir rechts ab nach Capannelle. Wir steuern den Wanderparkplatz vor der Snack-Bar “U Renoso” an. Im Winter kann man dort Schifahren. Allerdings sind 15km über eine Bergstraße, die mit Schlaglöchern (wenn man diese noch so bezeichnen kann), übersät ist, zurückzulegen. Außerdem muss man den, scheinbar nach starken regenfällen heruntergefallenen felsblöcken, auch noch ausweichen. Wir haben es geschafft. Wolfgang ist froh, angekommen zu sein. War doch recht anstrengend zu fahren. Windig und bei 14 Grad machen wir uns fertig. Wandern ist angesagt. Da wir aber gleich hier übernachten wollen, werden wir das vorher natürlich abklären. Englischkenntnisse sind gefragt. Schnell noch ein paar Vokabeln überlegen. Wir wandern gemütlich 1 Stunde Richtung Monte Renoso. Kaum ein Stück bergauf, ist die Aussicht einfach großartig. Man sieht rundherum nur Berge und alles ist grün. Nur nicht übertreiben. Wir sind im Urlaub. Gut, dass ich mich mit einer Sonnencreme nicht eingeschmiert habe. Ich merke schon, dass mir das ganze Gesicht brennt. Sonnenbrand lässt grüßen. Aber gut, dass ich nicht die einzige bin. Wolfgang schaut auch nicht besser aus.
Heute werden noch das restliche Gulasch und die Marillenknödel vertilgt.
Schau ma mal was der morgige Tag so alles für uns bereithält.
Zum Wetter: In der Früh bis am zeitlichen Nachmittag ist es immer wolkenlos und heiß. Aber spätestens dann kommen jeden Tag Gewitter auf. Immer wieder regnet es dann. Meist nur kurz. Umso höher ist dann auch die Luftfeuchtigkeit.
 

Donnerstag, 9.6.2016

Diese nacht werde ich nicht so schnell vergessen. Die Windböen waren so stark, dass man geglaubt hat, wir heben gleich ab und dann noch das Schnarchen von Wolfgang. Gott war ich froh, dass es wieder hell wurde. Bei 12 Grad in der Früh, saßen wir beim Frühstück, dann fuhren wir mit unserem Schnucki alles wieder bergab. Endlich auf einer etwas normaleren Straße müssen wir 20 Minuten warten, weil die Bremsen zu heiß und zu stinken begonnen haben.
Also die nächsten 50km beschreibe ich wie folgt:
Bis auf eine Handvoll Autos und Motorräder sind uns keine Fahrzeuge begegnet. Dafür findet man auf der Straße Schweine, kleine Ferkerln, Kühe und Katzen. Der Straßenbelag und Straßenbreite haben ein Wechselspiel von schmal, geflickt, sehr kurvenreich, breit und ausgebaut und das zwischen Kiefer-, Kastanien- und Buchenwäldern.
Die Wassermühle mit einem Durchmesser von mehr als sechs Metern konnte ich leider nur im letzten Moment erspähen. Stehen bleiben und fotografieren war nicht möglich. In Quenza haben wir einen Halt beim Schlösschen und beim Friedhof gemacht. Unser heutiges Ziel war zumindest das berühmte Bavellamassiv. Man nennt sie auch die Dolomiten Korsikas. Gut, dass wir gleich einen kostenpflichtigen Parkplatz am Col de Bavella angesteuert haben. Die vier Euro waren uns das wert, da wir unserem Schnucki den freien Parkplatz gar nicht zumuten hätten wollen.
Rasch in die Wanderhose und -schuhe und los gehts. Oje ständig wechseln Wolken und Nebel den Platz vor der Sonne. Auf einen Streit mit meiner besseren Hälfte war ich zwar nicht vorbereitet aber scheinbar schon vorprogrammiert. Trotzdem sind wir gut zwei Stunden unterwegs. Ohne unsere Wanderstöcke war das klettern cool. Na schön langsam kommt ein Muskelkater. Rechtzeitig zurück. Es beginnt zu tröpfeln. Weiterfahren? Bei diesem Nebel? Nicht sehr sinnvoll. Wenn die anderen Womo Fahrer über Nacht stehen bleiben, warum nicht wir auch. Also gut, dann wird gekocht. Was Neues. In den Omina kommen klein geschnittener Paprika, Zwiebeln und Kartoffeln, die von Wolfgang klein geschnipselt wurden, vermischt mit Kräutern und ein wenig Öl. Darüber in Stücke geschnittenes und gewürztes Hühnerfleisch und Paradeiser. Deckel schließen. Nach einer Dreiviertelstunde wurde geschmatzt. Und zum Regnen hat es auch aufgehört. Mittlerweile schüttet es in Strömen. Gut, dass wir stehen geblieben sind.
 

Freitag, 10.6.2016

“Guten Morgen” und “Es wird Zeit, dass wir wieder zum Strand kommen”. Das waren Wolfgangs ersten Worte heute Früh bei 12 Grad im Schnucki. Ohne Frühstück fahren wir los. Bergab zur Polischello Schlucht mit traumhaften Badegumpen. Dazwischen haben wir bei einen der Fotostopps gut gefrühstückt. Mit der Wanderausrüstung gehts durch den Wald zum Wasserfall mit Badegumpe mit türkisblauem Wasser. Also da hat der Reiseführer absolut nicht gelogen. Wunderschön. Wolfgang schmeißt sich in seine Badehose und nix wie rein ins kühle nass. Ui das ist ur kalt. “Maus, da brauchst dir gar nicht erst die Wanderschuhe auszuziehen, das ist dir viel zu kalt”, verkündet Wolfgang, schon bis zum Bauch im Wasser stehend. Ich hatte es aber eigentlich schon vor. So jetzt erst recht. Raus aus die “Bock” und bis zu den Knien ins Wasser. Na bist du gscheit, da frieren dir ja die Zehen ab. Also hat es nicht lange gedauert bis wir beide wieder aus dem Wasser heraußen waren. Eine zeitlang haben wir dem Wasserfall zugesehen und jede Menge Fotos gemacht bis ein ganzer Reisebus Franzosen die Ruhe zerstörte. Nachdem aber jetzt so viele Leute da waren konnte sich Wolfgang nur mehr die Wanderhose über die nasse Badehose anziehen. Na hat der lustig ausgesehen, wie wenn er nicht rechtzeitig die Toilette gefunden hätte. Weiter geht es zu einem Badeplatz am Meer kurz nach Porto Vecchio. Wir verlassen das Gebirge bei Solenzara. Endlich sehen wir wieder das Meer und es ist auch gleich viiiiel wärmer. Nach dem Befüllen unseres Kühlschrankes bei einem Einkauf bei Spar und das Schnucki füttern (tanken) biegen wir bei Palombaggia zum Badeplatz ab. Natürlich wir auch dort für den Parkplatz Kohle verlangt.
Hier möchte ich den Reiseführer kurz kommentieren:
Nach 100m bietet sich uns folgender Eindruck. Wir können nicht nur im Wasser, sondern auch in Farben baden. Dunkelgrüne, prächtig gewachsene Schirmpinien, ein blendend weißer, feiner Sandstrand, der flankiert wird von rostroten Felsbrocken, die weit ins Meer hinausführen.
Hier musste man sich Zeit nehmen um einige Superfotos zu machen.  Mit Strandliege, Wasserflasche, Strandtücher und Geld machen wir es uns am Strand bequem und gehen auch spazieren. Am späten Nachmittag fahren wir zu einem Campingplatz, der als Basis für eine Stadtbesichtigung praktisch vor der Stadt Bonifacio liegt. Im Auto merken wir erst wie stark die Sonne wieder mal war. Der nächste Sonnenbrand lässt wieder mal grüßen. Aber diesmal hat es sich ausgezahlt, auch die Füße sind ganz rot. Ich denke es wird Zeit mich endlich in der Früh mal einzucremen. Schon alleine deshalb, wenn wir eine Bootstour machen wollen.
Zum Abschluss des heutigen Tages habe ich noch am CP (wo wir den letzten Platz ergattert haben) “Biperlhaxerln mit Zucchinigemüse und Reis” gekocht. Der Hunger war groß, war es doch schon 20.30 Uhr als wir uns mit krachendem Magen zum Essen ins Freie setzten.
 

Samstag, 11.6.2016

Nachdem Wolfgang gegen in der Frühe zu wieder mal zu schnarchen begonnen hatte, habe ich ihn wirklich unsacht gebeten sich umzudrehen. Aber was macht er. Er springt auf, setzt sich zum Tisch und schläft im sitzen weiter. Na furchtbar unbequem. Noch dazu wurde es ihm kalt. Die letzten paar Stücke des selbstgebackenen Brotes wurden in der Pfanne gewärmt. Leider sind sie aber ein bisschen angebrannt, weil uns Womo Nachbarn zum Tratsch aufgehalten haben. Macht nix, besser als gar nix. Dazu gibts dafür eh einen Kaffee, Butter, Käse und Marmelade.
Vom CP aus sind es nur ein paar Minuten, dann stehen wir schon beim Hafen. Fast schon Pflicht ist eine Bootstour zu den vorgelagerten, am südlichsten Punkt Frankreichs, liegenden Inseln Lavezzi, wo man spazieren, schwimmen und faulenzen kann, und der Insel Cavallo. Die Insel der reichen leute, wo Prinzessin Stefanie von Monaco eines ihrer Anwesen hat. Vorbei an den auf der Steilküste vordersten Häusern Bonifacios, die eigentlich eher über dem Meer stehen sowie der Besuch der Drachengrotte, mit der eingestürzten Decke deren Loch die Form der korsischen Insel hat, um nur einige der Sehenswürdigkeiten der zweistündigen  Fahrt zu nennen. Zurück im Hafen machen wir uns auf zu einer Wanderung zum Leuchtturm am Capo Pertusato. Das schaffen wir locker. Hin und retour ingesamt drei Stunden. Ausgerüstet mit Wanderklamotten und 1 1/2 Liter Wasser sowie Traubenzucker machen wir uns auf den Weg. Kaum dort angekommen, glaubte ich schon mindestens zwei Stunden unterwegs gewesen zu sein. Prütend heiß wandert man durch die Macchies und weißen Felsen auf ausgetretenen Pfaden hindurch. Zurück in Bonifacio besorgen wir Souvenirs, eine Ansichtskarte für meinen Chef und gönnen sich ein Eis. Eine riesige Portion, die Wolfgang zusammenessen musste. Ist der aber arm. Endlich wieder beim Schnucki zurück sind wir froh aus den Wanderschuhen aussteigen zu können. Wir sind voll erledigt und haben die Wanderung in der Hitze voll unterschätzt.
Gut, dass ich heute nix kochen muss. Es gibt die leckeren Sachen von den beiden letzten Tagen.
Morgen steht noch eine Stadtbesichtigung am Programm.
 

Sonntag, 12.6.2016

Ausgeschlafen, nach einem guten Frühstück, langer Hose, Plan von Bonifacio und als Touristen verkleidet machen wir uns auf den Weg zur Stadtbesichtigung. Das was für uns nicht so wirklich interessiert. Gehört aber dazu ein bisserl Kultur. Kann außerdem nicht schaden, ein wenig Weiterbildung.
Bei der Touristeninfo wollten wir uns einen Audioguide ausborgen. Natürlich waren alle vergriffen. Also nahmen wir die Führung selbst in die Hand. Mit dem Plan, der außerdem der einzige ist, den man auf deutsch bekommt, gehen wir von einem Platz zum anderen und lesen den dazugehörigen Text. Außerdem umrunden wir  die Stadtmauern. So wie vorausgesagt, geht heute ein richtiger Sturm. Fast schon hätte ich ein Bügeleisen benötigt. Der Hunger treibt uns dazu einen Hotdog mit Genuss zu essen. Zum Abschluss beim Hafen wieder ein gutes Eis.
Ich  hab mitgezählt. Es waren insgesamt 430 Stufen und immer wieder Strecken die bergauf und bergab gingen, waren heute zu bewältigen.
Müde kommen wir schon gegen drei Uhr wieder zurück. Ausrasten, Kuchen backen und kochen ist angesagt.
Der Kuchenduft verbreitet sich am Campingplatz.
Morgen verlassen wir diesen Campingplatz gen Westen.

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