3 Woche

Montag, 20.6.2016

Juhu, auf diesem CP gibt es Duschen mit warmem Wasser. Und was macht Wolfgang, der geht in eine Kabine mit Kaltwasserduschen und wundert sich, warum das Wasser nicht warm wird.
Die Piste vom CP nach Calvi ändert sich nicht. Sie ähnelt der Autobahn in Tschechien, nur ist sie wesentlich enger und die Aussicht ein Traum. Mit den eingegebenen Koordinaten bringt uns unsere Tussi, wieder einmal zur Mittagszeit ankommend, nach Calvi. Den Jachthafen entlang bummelnd erreichen wir die Altstadt mit genuesischer Zitadelle auf dem Platz wo das Denkmal von Christoph Columbus steht. Nach der Besichtigung haben wir die Möglichkeit gleich vis a vis im “Super U (Supermarkt)” einzukaufen für unsere letzte Urlaubswoche.
Die sicherlich sehr sehenswerte und interessante Wandertour zur Hängebrücke über den Spasimata Bach mit einer Gehzeit von mehr als drei Stunden lassen wir aus. Zum Wandern ist uns eigentlich nicht mehr zumute. Dafür fahren wir durch Ile Rousse auf der schön ausgebauten Piste zum Park von Saleccia. Dieser ist wirklich sehenswert, mit riesigem Parkplatz und Übernachtungsplatz für uns. Gut 2 1/2 Stunden gehen wir durch den sehr liebevoll angelegten Park mit verschiedenen Themenbereichen, wie den Macchie-Weg, Oleandertal, Romantikpfad und Teiche, wo die Frösche gerade munter dahinquacken. Müde sitzen wir dann beide im Schnucki und machen “Augenpflege”, wobei der Kopf immer schwerer wird.
Heute gab es den ganzen Tag nur Sonnenschein bei 35 Grad und kein bisserl Wind.
Für Morgen sind noch ein paar Besichtigungen am Plan, dann gehts an die Küste.
 

Dienstag, 21.6.2016

ALARM im Schnucki!!!

In der Früh werde ich von einer Ameise geweckt, die auf meiner Hand hin und her kraxelt. Oje, haben wir doch welche von unserem Ameisenparkplatz irrtümlich mitgenommen? Ich geh halt mal ins Bad. Wolfgang nimmt den Verlauf der Ameise in Anschein, woher die gekommen sein könnte. Da im Bett, noch eine, na servas, wo kommen die denn her. Auch aus dem Bad verkünde ich, schon mehrere Ameisen gesichtet und getötet zu haben. Wolfgang findet den Eingang der blöden Viecher in der Klimaanlage über dem Bett. Er springt ins Gwand und raus ins Freie. Wir müssen da sofort wegfahren, der Weg führt über den Baum und den Blättern auf Schnuckis Dach. Der beste Eingang ist als erster natürlich die Klimaanlage. Nachdem wir auf das Dach nicht raufkommen, finden wir eine Mauer wo wir uns hinstellen können. Mit meiner “Wasserflaschendusche” versucht Wolfgang mal die meisten hinunterzuschwemmen. Nach dieser Aufregung in aller Früh gibts Frühstück und dann gehts auch schon wieder los. Heute ist es in der Früh schon sehr warm. Es scheint auch heute wieder ein heißer Tag zu werden. Über die “Desert des Agriates” (Halbwüste) kann ich eigentlich nicht wirklich was aufregendes berichten. Fotos habe ich aber gemacht. Bis kurz vor St. Florent fahren wir auf einer eigentlich sehr breiten Straße. Dann biegen wir ins Nebbio (hat seinen Namen vom Nebel) auf eine schnuckibreite Piste ab. Na bumm und das 15km lang. Kein Auto sondern rosinenproduzierende Ziegen behindern die Straße, wo ich auch Schafställe entdecken kann. Wir wollen zu einer beschriebenen Feenbadegegrotte fahren. Nach vielen Kurven, die nur vorher hupend passiert werden, können wir unser Schnucki grad noch in einer Parkbucht “verstecken”. Über natursteingemauerte Stufen finden wir das von der Natur geschaffene, urwaldhafte Felsbecken. Wir finden aber, dass es derzeit sehr wenig Wasser gibt. Nachdem wir unsere Kanister bei einem Brunnen wieder befüllt und die Schieferstein Menhire nicht gefunden haben, führt uns unsere letzte Besichtigung zur schönsten Kirche Korsikas. Leider ist die Kirche versperrt, aber von außen ist sie schon beeindruckend genug.
So, Steininger, das wars, die Besichtigungen sind zu Ende. Nix wie auf den Strand und ausrasten die letzten paar Urlaubstage. Wir fahren gut 3 Stunden für 170km. Dann sind wir auf dem Strand wieder angekommen, wo ICH auch ins Meer schwimmen gegangen bin. Am Strand von Palombaggia unterhalb von Porto Vecchio. Platz suchen, Motor abstellen, Strandsachen zusammensuchen und auf zum Strand. So viele Leute, die sich heute dort getummelt haben, war vor zwei Wochen der Strand nahezu leer. Aber ich war wieder schwimmen. Nachdem es derzeit erst sehr spät dunkel wird, fällt uns gar nicht auf, dass es schon wieder 19 Uhr ist. Heute hab ich auch die “selbstgebaute Wasserflaschendusche” ausprobiert. Funktioniert tadellos. Hier würde ich es länger aushalten. Als ich jedoch für unser Abendessen Teller aus der Flugzeugklappe nehme, fällt mir auf, dass hier auch schon unsere Freunde, die Ameisenviecher, Zuflucht gefunden haben. OK, da müssen wir was tun. Morgen werden wir einen Ameisenspray besorgen, alles ausräumen und alles aussprühen.
 

Mittwoch, 22.6.2016

Wir sind über Nacht natürlich gleich am Parkplatz beim Strand stehen geblieben und haben bis am Nachmittag die Sonne  auf der Liege mit relaxen verbracht. Danach wird der letzte Campingplatz für diesen Urlaub angefahren. Im Merendella, wo unsere ersten Urlaubstage begonnen haben, werden unsere letzten Urlaubstage verprasst.
 

Donnerstag, 23.6.2016

Nach einem ausgiebigem Frühstück wird im Schnucki alles ausgeräumt, mit Ameisenspray verpestet und anschließend gleich sauber gemacht. Ja, das muss auch sein. Wir haben lange gebraucht, aber im Innenraum glänzt er jetzt wieder.
 

Freitag, 24.6.2016

Lange schlafen, relaxen, eine gute Pizza zaubern, den Urlaub revue passieren lassen, Fotos anschauen und gleich aussortieren. Am Nachmittag spazieren und anschließend gleich alles wegräumen und verstauen, damit es morgen früh schneller geht. Mehr kann ich heute nicht berichten.
 

Samstag, 25.6.2016

Noch gut gefrühstückt, Brote für die Fahrt gerichtet und Schnuckis Grauwasser entsorgt sind wir nach dem Bezahlen um 9 Uhr schon Richtung Fähre unterwegs. Wir sind zwar sehr zeitlich in Bastia, aber wir müssen uns noch um unsere Tickets kümmern,da diese ja für um 8 Uhr ausgestellt sind. War ja nicht so einfach die Info zu finden. Egal wo man steht, es ist unerträglich heiß und der Schweiß rinnt einem förmlich bis in die Unterhose. Innerhalb einer dreiviertel Stunde sollen drei Fähren Korsika in allen Richtungen verlassen. Dementsprechend herrscht auch reges Treiben  auf dem riesigen Gelände.
Endlich es geht los: Unser Schnucki wird mit eingeklappten Spiegeln von einem Fährmann im untersten Deck des Schiffsbauches in vorderster Front eingewiesen. Mit dem Rucksack, gefüllt mit leckeren Sachen zum Futtern und, obwohl es heiß ist, langer Hose und Jacke, suchen wir uns im obersten Deck zwei Liegestühle. Na bumm, da ziehts aber ordentlich. Macht nix, Gesicht zur Sonne halten und ausrasten. Nach der Ankunft in Livorno in vier Stunden werde ich mal die erste Fahrt in Italien übernehmen. Schau ma mal, wie weit wir heute noch fahren werden.
 

Sonntag, 26.6.2016

Mit einer Stunde Verspätung kommen wir in Italien an. Unsere Planung wird wieder durcheinander gebracht. Abwechselnd fahren wir müde und mit einem riesigen Sonnenbrand von der Fähre, Richtung Heimat. Gegen Mitternacht haben wir keine Lust mehr und sind grantig. Die Übernachtung bei einem Rastplatz zwischen Venedig und Udine verläuft sehr ruhig und um sieben Uhr sitze ich schon hinter dem Steuer. Fahrerwechsel kurz vor Graz.
Jetzt sind wir dann aber schon froh zu Hause anzukommen.
Gleich morgen hat uns der Alltag wieder.
 

Zusammenfassung:

Wer einen Urlaub in der Natur sucht, gerne die Bergwelt nicht nur bestaunt, sondern auch erwandert, Zeit am Strand und im Meer (das in dieser Zeit für meine Verhältnisse noch recht kühl war) verbringt, Ruhe genießen möchte und nicht anspruchsvolle Unterkünfte braucht, der ist auf Korsika mit einem Wohnmobil richtig.
Sehr empfehlenswert dazu ist der Reiseführer aus der Womo-Reihe ” Mit dem Wohnmobil durch Korsika” von Reinhard und Waltraud Roth-Schulz, aus dem wir mit den Koordinaten alles gefunden haben, das wir besichtigen wollten. Obwohl das freie Übernachten in Korsika verboten ist, es schon sehr viele Verbotszeichen mehr, als im Reiseführer beschrieben, gibt, und sich an Regeln hält, der wird damit absolut keine Probleme haben.
Korsika IST teuer in jeder Hinsicht. Tankstellen gibt es jede Menge, sogar in den kleinsten Dörfern, wo man wirklich keine vermuten sollte. Dass diese dann auch geöffnet hat, ist ein anderes Kapitel. Nur in Italien ist der Diesel teurer. Aber z.B. Ein Kilo Tomaten um vier Euro! Das sind Wucherpreise. Daher sollte man sich auch nicht wundern, wenn die Womo-Fahrer mit allen Lebensmittel und auch den Eiskasten vollgestopft, nach Korsika einreisen.
Vor engen Straßen sollte man sich nicht fürchten sondern eher als Herausforderung betrachten. Unser Womo ist 6m lang, 2,35m breit und 2,90m hoch mit 3270kg. Wolfgang hat die gesamte Fahrt in Korsika übernommen . Es hat ihm Spass gemacht, hat das sehr gelassen gesehen und natürlich bravourös gemeistert.
Festhalten möchte ich hier, dass wir die Calanche im Uhrzeigersinn als auch gegen den Uhrzeigersinn gefahren sind. Wer enge Straßen vermeiden möchte sollte NICHT zwischen Porto und Calvi unterwegs sein.
Campingplätze gibt es Unmengen und sind alle gleich teuer. Auf der Straße gibt es auch immer wieder gratis Brunnenwasser. Die Stellen sind im Reiseführer auch gut gekennzeichnet.
Wir waren zwar nie essen im Restaurant, weil ich der Meinung bin, wenn ich schon mein Häuschen mithabe, dann kann ich auch was kochen. Muss ja nicht ein dreigängiges Menü sein, obwohl in der kleinsten Küche Platz genug ist. Aber man findet in der kleinsten Ortschaft eine Pizzeria. Natürlich sauteuer.
Wir haben in den letzten drei Wochen kaum ein Wort deutsch mit anderen gesprochen (außer mit einander), französisch, ganz wenig englisch oder mit Händen und Füßen. Aber es hat alles funktioniert und die Verständigung unsererseits hat ausgereicht, wobei wir beide überhaupt kein französisch verstehen oder gar sprechen könnten und für englisch reichen Schulkenntnisse.
Wir haben, nachdem wir die Fotos schon aussortiert haben, insgesamt 627 Fotos gemacht. Von mehr konnte ich mich nicht trennen.
Bis auf den “Finger Korsikas” haben wir sehr viel gesehen und erlebt. Allerdings haben wir die Insel nicht nur “umrundet” sondern haben uns viel auch im Landesinneren aufgehalten. Einfach traumhaft. Korsika muss man gesehen haben. Wenn jemand meint er hat die ganze Insel gesehen und erzählt dann er ist eh rundherum gefahren und war zwei Wochen unterwegs, der hat von Korsika nichts gesehen.
Gefahrene Kilometeranzahl: 3.329km
Ausgaben tanken: 397,28 Euro für 317,85 Liter Diesel
Ausgaben insgesamt: 1.250,- Euro (inkl. Tanken, Einkaufen, Souvenirs, Getränke, Campingplätze und

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