2 Woche

Montag, 2.11.2015


Am Campingplatz herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Man glaubt ja kaum wieviele Leute noch mit dem Wohnmobil unterwegs sind.
Die letzten zwei Nächte hab ich echt gut geschlafen, aber heute bin ich mit Rückenschmerzen wach geworden. Ganz untypisch für mich, schlafe ich mit einem langärmeligen Hemd und Omasocken.
Nachdem es gestern Abend schon recht kühl, nass und nebelig war und das Wetter heute nicht viel besser aussieht ziehen wir uns warm an. Wir haben doch vor den ganzen Tag im Europark zu verbringen. Angepampft mit langärmeligem T-Shirt, dicker Jacke und Windjacke fällt mir dann noch ein, dass ich ja noch die Toilette aufsuchen will. Na super wieder raus aus den Klamotten. Endlich fertig steht Wolfgang schon auf Nadeln…
Wir nehmen nicht viel mit in den Freizeitpark, außer was zum Trinken, Fotoapparat und Wolfgangs Geldbörse. Vielleicht finde ich ja doch ein Souvenir. Um 9 Uhr macht der Park auf. Na servas da sind jede Menge Leute unterwegs. Und das an einem Wochentag. Der Europapark feiert heuer 40jähriges Jubiläum und um diese Zeit bis zum 8. November Halloween. Die Herbstzeit und Halloween ist auf dem riesigen Gelände überall zu sehen. Soooooo viele Kürbisse in den verschiedensten Variationen, Farben und Formen habe ich noch nie gesehen. Der Park ist in verschiedene Länder aufgeteilt. Italien, Griechenland, Spanien, Portugal, Russland, Island, Österreich, Schweiz, nur um ein paar zu nennen (insgesamt 13 Länder). In jedem “Land” gibt es ein paar Sehenswürdigkeiten (natürlich in anderen Dimensionen) und auch die dementsprechenden Speisen. Wolfgang hat ein Hühnergyros im Fladenbrot in Griechenland und ich ein Flammlachsbrötchen in Island gegessen.
Im Eintrittspreis inbegriffen waren auch verschiedene Shows. Rechtzeitig geschafft haben wir es zum Globe Theater in England, wo der King of Rock n Roll, Elvis Presley, der heuer 80 Jahre alt geworden wäre, gefeiert wurde. Eine tolle Show mit Tanz, Akrobatik und vielen bekannten Liedern. Auch die Show, “die verbotene Stadt” in Holland war mit atemberaubender Hochleistungsartistik mit Darstellern des weltberühmten chinesischen Nationalzirkus faszinierend. Leider haben wir viele andere Shows nicht geschafft, wie z.B. Die Show “whiteUnbalance” (schwarz und weiß, laut und leise, schnell und langsam…das Leben befindet sich in einer ständigen Balance – ein Spiel aus Licht und Schatten). Dafür haben wir im Magic Cinema das Zeitkarussell und im Traumzeitdome, wo man auf gefüllten Polstersäcken am Rücken liegend eine Zeitreise durch Europa erleben durfte,  gesehen.
Die Europapark Halloween Parade am Abend durften wir auch miterleben. Ganz abgesehen von einer Dschungelfahrt am Wasser, Wasserkraftwerk, Märchenland, Mercedes Benz Halle und vielem mehr.
Ausgelassen haben wir “nur” die Themenbereiche für die Kinder.
In allen Ländern gab es natürlich auch feurige Halloween Spezialitäten sowie Gruselaccessoires und Halloween Souvenirs.
Die einzige Hochschaubahn wo wir gemeinsam gefahren sind war die im Europapark weltweit erste virtuelle Achterbahn “Alpenexpress” wo man eine extra Brille aufsetzen musste. In alle anderen Hochleistungsachterbahnen, wie “der Blue-Fire, Euromir, Silver Star” und wie sie auch alle geheißen haben, bin ich alleine gefahren. Wolfgang hätten da keine zehn Pferde reingebracht. Ich weiß nicht mit wie vielen ich gefahren bin, sie alle waren nicht zu verachten und haben den Adrenalinspiegel sehr anheben lassen. Die Wartezeiten haben sich in Grenzen gehalten und ich habe die Eintrittskarte mit Sicherheit ausgenutzt.
Nach der Parade sind wir dann noch mit dem Eurotower hinaufgefahren, wo eine tolle Aussicht auf uns gewartet hat. Mit frischen “Berlinern mit Zimt und Zucker” haben wir uns nach 19 Uhr auf dem Weg zum Schnucki zurück gemacht.
Wir haben beim Nachhauseweg festgestellt, dass es ein schöner erster Urlaubstag war ohne Büro, ohne zu Hause arbeiten zu müssen oder tanzen sondern einmal ganz was anderem. Morgen werden wir den Campingplatz verlassen und unsere Reise fortsetzen.
So, raus aus den Klamotten, fertig machen zum schlafen gehen. Gute Nacht bis morgen.

Dienstag, 3.11.2015

 
Ausgeschlafen und nach einem guten Frühstück machen wir uns auf die weitere Reise Richtung Konstanz zum Bodensee nach Überlingen. Nach einem Stopp beim Penny und einer Tankstelle stehen wir auf einem Autobahnzubringer eine gute Stunde, wo nach einem Unfall mit zwei Lastwagen nichts mehr geht. Aber wir haben es ja nicht eilig.
Nach der Anmeldung am Reisemobilhafen in Überlingen und gleichzeitiger Entsorgung  (die sehr umständlich war, da es keinen Bodeneinlass für das Grauwasser gab) habe ich erst mal was leckeres gekocht, damit mir Wolfgang nicht vom Fleisch fällt. Anschließend haben wir uns auf den Weg zur Seepromenade gemacht um uns ein wenig wieder zu orientieren (wir sind ja nicht das erste mal in Überlingen). Die nächsten drei Tage sollen der Entspannung und dem “nixtun” dienen. Der Stellplatz liegt auf einer Anhöhe, das heißt alles bergab. Gott sei Dank müssen wir das aber nicht wieder zurückgehen. Wir haben mit der Gästekarte eine kostenlose Fahrt mit den Buslinien inkludiert. Nach einem ausgiebigem Spaziergang war die Einkehr in eine Konditorei Pflicht, um einen leckeren Bienenstich zu genießen.
Ich sollte endlich mit meinen Englischaufgaben beginnen, mich freut es aber heute gar nicht. Morgen ist ja auch noch ein Tag. Na schau ma mal…

Mittwoch, 4.11.2015

 
Heute früh haben wir festgestellt, dass wir ein Aquarium nur ohne Fische mitführen. Das im Juni kaputtgegangene und von Wolfgang reparierte hintere Fenster ist nämlich jetzt so dicht, dass es innen schwitzt. Naja und inzwischen ist die Hälfte vom Fenster voll mit Wasser. Kurzerhand hat Wolfgang mit einem Schraubenzieher ein kleines Loch gemacht.
Außerdem habe ich heute schon eine Wette gewonnen. Die Wette war um welche Uhrzeit der Bus fährt (um 6 nach Punkt oder um 9 nach Punkt). Jetzt muss Wolfgang blöderweise noch einmal Ende November fortfahren – zum Christkindldance.
Wir haben den Tag in der Therme sehr genossen. Leider ist der Nebel aber so stark, dass es überhaupt keine Aussicht auf den Bodensee gibt. Um dem Nebel zu entfliehen könnten wir doch weiterfahren? Auf die Frage an Wolfgang, ob er spontan ist, entschließen wir uns, morgen das Zelt hier abzubrechen und weiter zu fahren.
Am sehr späten Nachmittag kommen wir mit einem Mordshunger zum Schnucki zurück. Heute gibt’s Dillsauce mit Nockerln (hab ja genug gekocht zu Hause). Als ich jedoch das vermeintlich mitDdille gefüllte Schüsserl öffne, ist dieses leider mit Schnittlauch voll. Na gut dann gibts halt Schnittlauchsauce statt Dillsauce. Gut, dass Wolfgang nicht heikel ist. War trotzdem lecker.
Ich hab bis nach zehn Uhr in Forums gesurft, Wolfgang hat Film geschaut.

Donnerstag, 5.11.2015

 
Gut wie immer gefrühstückt, wird alles verstaut und weggeräumt. Wir fahren nach Bad Wörishofen in die Therme. Schon nach einer kurzen Strecke und weg von der Bodenseeregion ist es klar und super sonnig. Juhu, da werden gleich mal die beiden großen neu erstandenen Badetücher zur Frontscheibe gelegt, damit sie trocken werden. Direkt bei der Therme gibt es einen Womo Stellplatz. Nachdem wir uns angemeldet und die Restln von den Vortagen verdrückt haben machen wir uns auf den Weg in die Stadt. Spazieren gehen und Bewegung machen kann nicht schaden. In der Kirche wird eine Kerze angezündet, Brot und Aufbacksemmeln für die nächsten Tage werden gekauft und der schön angelegte Kurpark besichtigt. Und das alles bei Sonnenschein und 18 Grad.
Ach hätte ich fast vergessen: Nachdem mein Bademantel bereits Löcher hat (Wolfgang meint, er will sich ja mit mir nicht genieren), und meine Badeanzüge auch schon ausgeleiert und nicht mehr die jüngsten sind, habe ich mir beides NEU geleistet. Morgen kann ich dann beides gleich anziehen. Freu mich schon, der grüne Bademantel ist richtig kuschelig und hat auch eine Kapuze.
Und wieder nix mit englisch lernen …

Freitag, 6.11.2015

 
Unseren letzten Urlaubstag haben wir dementsprechend auch verbracht.
Ein Frühstück wie es sich gehört mit Kaffee, frisch aufgebackenen Semmeln, Butter, Wurst, Eier und Marmelade.
Mit Einlass um 10 Uhr sind wir auch gleich in die Therme gegangen.
Wie kann ich die Therme am besten beschreiben:
Erstmal riesig.
Unterteilt inTtherme, Vitalbad und Sauna. Überall gibt’s Palmen, viele Orchideen und sogar einen Sandstrand. Warmbäder, Dampfbäder, Infrarot, Massagen, Kneippkuren, Sole-, Schwefel-, Calcium- und Jodbecken für die Gesundheit. Nicht zu vergessen Sprudelliegen, genug Platz zum Schwimmen und ausreichende Anzahl an Entspannungsliegen, Ruhe- und Schlafräume und einer Poolbar, soviel zum Thermenparadies.
Vergessen habe ich noch den Bereich Sport- und Familienbad für die Kinder.
Im Vitalbad und Saunabereich ist textilfreie Zone. Na so viele Nackerbazerln auf einen Haufen hab ich auch noch nicht gesehen.
Mehr als 15 verschiedene Sauna und wellnessangebote mit zahlreichen Aufgüssen zu jeder halben Stunde. Davon waren wir in 5 verschiedenen Saunen, die bis auf den letzten Sitz immer voll besetzt waren. Am beeindruckendsten war, leider ohne Brille, die Römersauna im Stil des Colloseums mit klassischer Musik und Tanz. Na der muss erst geschwitzt haben. Felsenduschen als Wasserfälle als sehr prickelnde Abkühlung, Tauchbecken, natürlich auch Sandstrände, Sonneninsel sowie Poolbar drinnen und draußen, Sprudelsitze- und -liegen und vielem anderen mehr.  Im “Frühlingsgarten” (auch mit vielen Palmen versehen) konnte man sich nach der Anstrengung in der Sauna entspannen. Da gab es aber auch noch exklusiv Suiten und im Himmelbett sind wir gelegen.
Ich kann gar nicht alles aufzählen und hab auch sicher vieles vergessen oder haben wir auch gar nicht gesehen. Einen Besuch war es auf alle Fälle wert. Vielleicht kommen wir ja wieder.
Wir haben den Tag im Saunabereich ausgenutzt und sind erst 10 Stunden später zu unserem Schnucki zurückgegangen.
Tja, das war der letzte Urlaubstag. Morgen geht es weiter. Wir fahren aber nur eine ganz kurze Strecke.
Gute Nacht.

Samstag, 7.11.2015

 
Nach einem Häferl Kaffee und 15 Minuten Fahrzeit machten wir es uns auf einem Parkplatz vor dem Stadttheater in Mindelheim was Gutes zum Essen. Das Special bei den Crazy Birds mit Jerry Jestin beginnt schon um 13.30 Uhr, deshalb wollen wir vorher noch etwas zwischen die Zähne bekommen.
Nach 3 stunden A1 tanzen machen wir endlich Pause. Ich bin jetzt schon erledigt.
Nachdem wir die “weiteste” Anreise mit mehr als 570km haben bekommen wir Süßigkeiten als Proviant für die Rückreise.

Sonntag, 8.11.2015

Nach dem Frühstück übernehme ich den ersten Teil unserer Rückreise hinter dem Steuer. Auf der Autobahn ist nicht viel Verkehr. An der Autobahnraststätte der Asfinag in Herzogenburg mache ich uns einen guten Griesschmarrn. Außerdem wird auch gleich innen geputzt und sauber gemacht.  Wir beschließen unser Schnucki auch gleich außen zu reinigen. Dafür fahren wir in Wien beim Seyringer Spitz zu einer Autowaschstraße. Jetzt glänzt er wieder. Wir machen die Scheibenwischer gar nicht an und lassen auch die Seitenfenster nicht herrunter damit alles trocknen kann und keine Streifen hinterlassen werden.
Zu Hause angekommen wird alles ausgeräumt und abgedreht. Winterfest machen wir unser Schnucki noch nicht, vielleicht fahren wir ja doch noch einmal fort wenn das Wetter so schön und warm bleiben sollte.
Wir sind ca. 2100km gefahren und haben 3 Tankfüllungen gebraucht

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