1 Woche

Tagebuch 


Dies soll ein Tagebuch über unseren Urlaub von Samstag 30.5. bis 21.6.2015 werden, dazu muss und möchte ich weiter ausholen:
Im September 2014 haben wir unser “Schnucki”, wie wir es liebevoll nennen – unser Wohnmobil gebraucht erworben. Mit verschiedenen Squaredance Touren haben wir uns damit erst mal vertraut gemacht. Verschiedene Listen was aufzubessern, erneuern oder zu besorgen ist wurden gemacht. Zum Teil auch umgesetzt. Aber alles auf einmal geht halt nicht.
Dann wurde der Entschluss gefasst, unseren Haupturlaub nicht wie immer teuer mit dem Flugzeug in Sri Lanka oder den Malediven zu verbringen, sondern mit unserem Schnucki doch durch Europa zu gondeln. So ist unser erster Urlaub entstanden, der uns zuerst in den Süden nach Mali Losinj in Kroatien führt, nach einer Woche, sprich am nächsten Samstag nach Garmisch Partenkirchen zum Wandern und dann soll es ganz in den Norden von Deutschland gehen, Wilhelmshafen mit Schlickwanderung, ein Squaredancefest von den Ocean Waves, 2 Tage Hamburg und die letzte Woche auf der Insel Rügen.
In der letzten Woche vor der Abfahrt wurde noch einmal alles gecheckt. Ist genug Gas vorhanden, Nahrungsmitteln müssen besorgt werden, Tisch, Sesseln, Vorzeltteppich und sonstiger Kleinkram eingekauft werden.
Am letzten Tag vor der Abfahrt am Freitag, 29.5. habe ich mir einen Urlaubstag genommen um alles herzurichten. Es mussten Sommergewand, Wandersachen, zum Tanzen und zum Radfahren hergerichtet werden. Schuhe sollten auch nicht vergessen werden. Computer, zum Lesen und was man halt so im Urlaub alles brauchen kann habe ich hergerichtet, Nockerln wurden gekocht, Kümmelbraten im Rohr gebraten und ein leckerer Kuchen darf auf der Reise nicht fehlen. Na bumm hab ich mir da dann gedacht, und das soll alles in unser Schnucki passen? Aber Achtung, es kommen ja noch 100 Liter Frischwasser, die Fahrräder und natürlich die Tankfüllung noch dazu. Ach ich hab ganz vergessen, mein Gefrierfach ist natürlich nicht so groß wir zu Hause. Also werde ich mehr kochen – tu ich ja gern. Na endlich alles ist verstaut. Alles hab ich untergebracht. Sogar ein Sack Zwiebel und Erdäpfel dürfen mit. Jetzt ab auf die Waage beim Lagerhaus. Na hoffentlich muss ich nicht wieder was ausräumen. Wir dürfen nicht mehr als 3,4t wiegen. Juhu, samt Wolfgang und mir wiegen wir 3,2t. Glücklich fahren wir nach Hause.
Ja der Garten und das Haus wollen auch versorgt werden. Also noch schnell Rasen mähen. Vom Hochbett werden noch der Salat zu Kochsalat verarbeitet und der Spinat gekocht und passiert. Beides gleich eingefroren. Ums Gießen brauchen wir uns nicht zu sorgen, weil Wolfgang so wie im Garten eine Beregnung installiert hat, nur kleiner. Unsere Nachbarn, Robert und Michi übernehmen die Entleerung des Postkastens. Müde gehen wir schlafen.
Schon um 5 Uhr früh am Samstag, den 30.5., läutet der Wecker. Alles ist verstaut, kurz gefrühstückt, die Tussi (Navi) instruiert geht unser Abenteuer um 6.45 Uhr Richtung Süden los.
Alles ist aufregend, sogar gleich mal die erste Durchfahrt bei den Tunnels in Aderklaa.
Über die Tangente und Südautobahn bis Graz und Spielfeld. Über den Grenzübergang nach Slowenien Richtung Maribor und Ljubljana (wo wir uns verfahren haben) nach Kroatien bis zur Fähre nach Brestova. Dort gab es natürlich wie erwartet einen Stau. Alle wollten mit der Fähre nach Cres übersetzen. Ob Fahrgäste die in einem Bus gekommen sind, Motorradfahrer, Wohnwagen- und Wohnmobilfahrer. Alle hatten das gleiche Ziel. Also hieß es fast 2 Stunden warten, weil die letzte Fähre erst gefahren war. Also gut, na dann marschiert man halt mal hinunter und kauft das Ticket. Der Ticketverkäufer war auch ein Hit. Zuerst wollte er wissen wieviele Personen und wie lang unser Wohnmobil ist (6,5m). Dann verlangt der dafür 318. Ich dachte das kann unmöglich Stimmen. 318 Euro? Das ist doch viel zu viel!!! Mit einem Lächeln sagt er dann 318 Kuna. Ich war erleichtert. Sind umgerechnet 38 Euro. Nachdem Wolfgang dann auch noch die Temperatur der Adria mit den Füßen getestet hatte, ging es für ihn zurück zum Womo. Ich blieb gleich beim Hafen um noch möglichst viele Eindrücke mitzunehmen und Unmengen an Fotos zu machen. Endlich die Fähre kam. Na die ist riesig. Und alle die da in den Serpentinen gewartet haben können mitfahren. Man glaubt es kaum wie viele da auf die Fähre passen. Auch unter Deck mussten die kleineren Fahrzeuge parken. Mit Anweisung vom Fährmann ging das aber doch recht flott und wir konnten dann auch schon ablegen. Die Überfahrt dauerte nicht länger als 20 Minuten. In Porozina (Fährhafen auf Cres) angekommen ging es weiter Richtung Süden. Beim Wegfahren von der Fähre ist das Land sehr kahl. Umso weiter man Richtung Süden fährt wird es grüner und schöner. Wolfgang saß schon wieder am Steuer damit ich schauen und fotografieren konnte. Man glaubt es kaum auch auf der Küstenstraße in Kroatien gibt es Billa, Hofer und Konzum. Na bitte, alles da. Viele schöne Fotomotive, Olivenbäume und große Flächen mit Lavendel, der in voller Blüte steht, sind an uns vorübergezogen.
Auf einer endlos wirkenden langen Straße kommen wir in Osor wieder in einen Stau. Ich spring natürlich wieder aus dem Auto und muss, neugierig wie ich bin, wieder schauen gehen. Es ist die Brücke, die nur einspurig befahrbar ist. Nach einer kurzen Wartezeit ging es da dann auch bald weiter. Endlich, da kommen die Ortschaften, Veli Losinj und Mali Losinj. Es kann nicht mehr lange dauern bis die Abzweigung Cikat, Suncana uvala (Sonnenbucht) in Sicht ist.
Endlich, der Wegweiser zum Campingplatz Cikat hinter dem Hotel Bellevue. Bei der Rezeption werden unsere Pässe hinterlegt und uns gezeigt wo unser Stellplatz ist, den wir reserviert haben. Nach ein paar mal mühsamen reversieren von Wolfgang, der das macht, wie wenn wir schon lange Campingfahrer wären, erreichen wir gegen 17.30 Uhr unseren sehr ruhigen und recht großen Premium Stellplatz Nummer 19 in der ersten Reihe gleich beim Meer mit Kiesstrand. Alles wurde aufgestellt – Strom angeschlossen, Teppich verlegt und befestigt, Tisch, Stühle und Liegen wurden ausgepackt. Wäscheleine für nasse Handtücher und Badehose wurde gespannt. Auch die Fahrräder wurden heruntergenommen, wir wollen ja in der Früh das Meer sehen können. Nach einem Kaffee und einer Jause mit Kümmelbraten und Brot haben wir uns noch nach Toiletten, Duschen und Geschirrwaschmöglichkeit umgesehen. Müde vom Tag gingen wir zu Bett. Das Fenster musste aber noch geöffnet werden, damit wir das Rauschen des Meeres hören können. Super, das Fenster fällt auseinander, kaputt, und jetzt? Irgendwie eingehängt anderes Fenster öffnen und mal ausschlafen.

Nächster Tag – Sonntag 31.5.

 
Nach einer ausgiebigen Dusche gibt’s um 7.30 Uhr Frühstück im Freien mit Sicht aufs Meer. Herrlich. Um dann doch ein bisschen Bewegung zu machen fahren wir mit dem Rad auf einem schmalen Weg entlang des Strandes. Schade, wir kommen nicht weit, weil Bauarbeiter den Weg gerade betonieren. Also umdrehen. Wolfgang hat Mama versprochen für sie auch schwimmen zu gehen. Na so warm war das Wasser scheinbar dann doch nicht… Aber er war auch am Nachmittag noch mal drinnen. Ich gehe nicht schwimmen, ist mir viiiiiiel zu kalt. Im Schatten ist es kühl zum Sitzen, in der Sonne sehr heiß. Na macht nix, ich wechsle halt immer meine Sitzplätze. Gekocht hab ich heute nicht viel. Die Eiernockerln waren aber sehr lecker. Wolfgang hat sich zum 2ten mal die Mühe gemacht, ob er einen Satellitenempfang bekommt, leider ist dies diesmal auch nicht gelungen. Na vielleicht können wir uns die auch mal leisten. Ein Stück von meinem selbst gebackenem Kuchen mit Kaffee durfte auch nicht fehlen. Mit schlafen, lesen, schauen, nix tun, den anderen zuschauen oder zuhören geht dieser Tag auch zu Ende.
Ich bin am schreiben – und was macht Wolfgang Augen zumachen und dem Meeresrauschen zuhören.
Das Fenster… Das muss Wolfgang noch mit Superkleber kleben, sonst können wir nicht weiterfahren.

Montag, 1.6.

 
Nach dem Duschen und von Wolfgang vom Supermarkt geholten frischen Semmeln gibt’s gutes Frühstück.
Auch heute haben wir uns vorgenommen mit dem Rad zu fahren. Ein kleines Stück, nur soviel damit wir auch was getan haben. Brauchen wir den Fotoapparat mit? Oder zum Trinken? Zum Absperren der Fahrräder? Nein, nicht notwendig wir fahren ja nicht weit. Grad nur so viel um ein bisschen Bewegung zu machen. Los geht’s, aber diesmal in die andere Richtung. Schon nach einem kurzen Stück müssen wir auf die Hauptstraße rausfahren, weil beim Hotel Bellevue beim Strand umgebaut wird. Also gut, fahren wir ins Zentrum von Mali Losinj. Schmale Gassen und viele Geschäfte alles bergab. Das müssen wir wieder hochradeln. Macht nix wir haben ja Zeit. Schau dir diese Aussicht an, wir sind fast am Hafen unten. Hast den Fotoapparat mit? Na super. So schöne Fotos könnten wir machen. Bänke zum Sitzen laden ein. Zum Trinken gibt’s auch nix. Kein Wasser mit und auch kein Geld, na für was denn. Am Hafen entdecken wir Angebote zu einer Exkursion auf andere Inseln. Könnte man vorreservieren. Könnte man!!! Geld haben wir ja keines mit. Na gut morgen ist auch noch ein Tag. Wir fahren zurück und schauen uns noch beim Lidl die Preise an. Umgerechnet genauso viel wie in Österreich. Am Nachhauseweg waren schon viele Spaziergänger unterwegs. Man muss immer stehen bleiben, weil der Weg sehr schmal ist. Zurück am Campingplatz geht Wolfgang mal schwimmen. Dann gibt’s was zum Trinken und natürlich für Wolfgang ein Bier. Heute wird gekocht. Ich mach Kartoffelgulasch.
Der Nachmittag ist zum ausrasten da. Am Abend schauen wir uns einen Film auf CD am Computer an.

Dienstag, 2.6.

 
Unser früher Vormittagssport bleibt natürlich das Radfahren. Heute haben wir alles mit: Geld, Fotoapparat, das Schloss zum Absperren der Fahrräder und sogar ein Stückerl Semmel um die Fische zu füttern. Komisch, die hatten keinen Hunger oder es schmeckte nicht. Nach dem Abstellen der Fahrräder gingen wir spazieren, Geschäfte und Souvenirs schauen. Ein Eis durfte da auch nicht fehlen. Herrlich, auf der Hafenstraße in einem Lokal zu sitzen und Eis zu essen. Für morgen haben wir eine Exkursion mit einem Schiff das drei verschiedene Inseln anfährt, reserviert. Da fällt Wolfgang ein, Bier ist keines mehr da. Haben wir eine geeignete Tasche mit? Komisch die hat nicht hier geschrieen. Also zum Lidl Bier kaufen am Gepäckträger befestigen und nach Mittag wieder am gleichen Weg, ca. eine halbe Stunde, wieder zurück.
Heute ist es richtig heiß. Ich zieh mir meinen Badeanzug an. Ich versuche schwimmen zu gehen. Bis zu den Knien hab ich es geschafft. Ich kann mich nicht überwinden in die nur 20 Grad kalte Adria hineinzugehen bevor mir die Füße einfrieren. Also hats eine Dusche auch getan.
Heute gibt’s zum Essen die Reste von den letzten 2 Tagen, Eiernockerln und Kartoffelgulasch. War lecker, außerdem sitzen wir ja immer 1. Reihe fußfrei mit Blick aufs Meer.
Ein heißer Nachmittag mit viel Sonne geht zu Ende. Auch am Abend wird der Wind von Tag zu Tag weniger und es werden auch die Nächte immer wärmer.
Auf das hätte ich fast vergessen, das Fenster ist angeklebt worden mit dem Tixo das wir in Mali Losinj erstanden haben.
Außerdem haben wir dann noch einen Spaziergang gemacht und den Sonnenuntergang uns angesehen. Und wo war der Fotoapparat? Na morgen gibt’s ja wieder einen Sonnenuntergang und auch übermorgen. Einmal wirds schon klappen.

Mittwoch, 3.6.

 
Ein neuer Tag bricht an.
Wir haben heute die Exkursion. Zeitlich genug fahren wir mit den Rädern Richtung Mali Losinj los. Wir müssen auch schon um 9.30 Uhr dort sein. Tatsächlich wir haben es geschafft 1 Stunde vorher dort zu sein.
Das Boot wird richtig voll. Sehr viele Kinder sind mit.
Wir fahren 3 verschiedene Inseln an. Unter anderem auch Ilovik. Der erste Halt ist in einer Bucht wo man schwimmen gehen kann. Ich? Nein, ist doch viel zu kalt. Ok, weiter geht’s nach Ilovik, der Blumeninsel wie sie auch genannt wird. Eine idyllische kleine Insel mit nur 170 Einwohnern aber etlichen Restaurants, nicht aber unbedingt günstig. Gegenüber liegt die Insel St. Peter, die Insel der Toten. Wir nutzen die Zeit zum spazieren gehen. Es ist so heiß, dass man froh ist Schatten zu finden. Mich beeindruckt immer wieder das saubere und klare Wasser. Rosen und Olivenbäume säumen fast jedes Haus. Zurück beim Schiff gibt’s Mittagessen, das inkludiert ist. Na das war eine Portion! Auf dem Teller war für mindestens 2 Leute Essen angerichtet. Wir haben uns für Hähnchen entschieden, beim Fisch weiß man nie was man für einen bekommt. Na da waren zumindestens 5 große Stücke gegrilltes Piperl, ein Haufen voll Endiviensalat und dazu noch 5 Stück Brot. Na bumm, ich war angegessen, aber nein Wolfgang hat noch eine zweite Portion verdrückt. Manchmal frag ich mich, wie der das alles in seinem Magen schlichtet. Das übrig gebliebene (ob Fleisch, Salat, Brot, der Kopf und die Gräten vom Fisch) wurde an die Restlverwerter verteilt, sprich, rund ums Schiff warteten nicht nur die Fische in Scharen sondern auch jede Menge Möwen. Echte Allesfresser. Die Fische fressen sogar die übrig gebliebenen gegrillten Fische. Vorbei an einer wunderschönen glasklaren Bucht, wo es auch die Gelegenheit zum Schwimmen gegeben hat war der nächste Halt in Veli Losinj. Ein kleiner Ort, mit nettem Hafen, vielen Booten, auch U-Boot, winzigen schmalen Gassen, Kaffeehäuser und Eisgeschäften. Als wir dort dann wieder abgelegt hatten, war nur noch eine kurze Fahrt bis nach Mali Losinj vor uns. Allerdings gab es einen Stau, weil eine Brücke aufgeklappt werden muss, damit die Boote auch durchfahren können. Zurück bei unseren Gäulen holten wir uns noch leckeres Brot aus einer Bäckerei für das morgige Frühstück und radelten zu unserem Schnucki zurück.
Mails checken, ausrasten und den Tag noch einmal Revue passieren lassen. Sonnenuntergang fotografieren? Dazu hat heute keiner mehr Lust.

Donnerstag, 4.6.

 
Nach einem gemütlichem Frühstück im Freien, machten wir eine Radtour entlang der Küste. Gegen Mittag wo es dann schon sehr heiß war, kamen wir zurück. Das Thermometer kletterte heute bis auf über 39 Grad im Schatten. Gott sei dank sind die Nächte kühler.
Wolfgang geht schwimmen, ich kann mich noch immer nicht überwinden ins Wasser zu gehen, also Dusche.
Später wird mein neuer Omnia (Backofen) ausprobiert. Gut von Wolfgang eingefettet mach ich eine Pizza als Calcone mit Tomatensauce, Wurst, Käse und Ei. Na sind wir gespannt ob das was wird. Nach 40 Minuten war es dann so weit. Na war die lecker. Echt toll dieses Gerät. Die Investition hat sich gelohnt. Also wird gleich ein Kuchen ausprobiert. Mit einer Backmischung mit Schokolade. Auch der ist nach einer Zeit von einer Stunde fertig. Sieht lustig aus. Ein dünner flacher Reifen.
Jetzt müssen wir mal Geschirrwaschen gehen. Ist nicht weit aber trotzdem 40 Stufen zu überwinden. In der Früh ist das zwar immer ein wenig mühsam aber gleichzeitig Morgensport.

Freitag, 5.6.

 
Unser letzter Tag in Kroatien.
Natürlich war nach dem Frühstück wieder Radfahren am Programm. Also wenn mir wer gesagt hätte, du musst jeden Tag Radfahren, hätte er zur Antwort bekommen, ich bin ja nicht irre, ich bin im Urlaub.
Heute koche ich noch Palatschinken. Freu mich schon drauf, hab Hunger.
Am späten Nachmittag werden wir auschecken, sprich unsere hinterlegten Pässe wieder abholen und alles wegräumen. Na da bin ich eh eine Weile beschäftigt. Auch ein paar Kleidungsstücke hab ich mit Waschmittel noch durchgewaschen, man kann ja nie wissen, ob noch irgendwo kurze Hose und ärmelloses T-Shirt gebraucht wird. Die Fahrräder hat Wolfgang gleich nach unserer Rückkehr wieder am Schnucki hinten befestigt, damit ich ja nicht noch mal auf die Idee komme, diese heute noch mal zu benutzen.

Resümee:

 
Die Woche in Kroation war wunderschön und sehr erholsam. Am Campingplatz haben wir uns sehr wohl gefühlt. Allerdings dachten wir eigentlich, dass Wohnmobilfahrer, lockerer, legerer und kontaktfreudiger sind. Das haben wir eigentlich hier vermisst.
Zu erwähnen habe ich noch folgendes vergessen: vor ein paar Tagen haben wir von unseren Campingnachbarn erfahren, dass dieses Wochenende in Garmisch Partenkirchen der G7 Gipfel stattfindet. Dementsprechend herrscht dort Ausnahmezustand. Fast alle Geschäfte haben geschlossen, es wir sehr viel kontrolliert, ganz abgesehen vom Stau, der dort herrschen wird.
Also haben wir kurzerhand beschlossen, ins Großarltal nach Hüttschlag zum Wandern zu fahren. Ich hab zwar keine Wanderkarten von dort mit, aber das soll für uns ja kein Problem darstellen, da wir ja schon sehr oft dort waren.

Samstag, 6.6.

 
Nach einer schnellen Dusche und Kaffee sowie Fotos beim Wegfahren übernehme ich die erste Strecke Richtung Salzburg. Bin schon gespannt, was auf uns wartet. Wolfgang darf Gegend schauen und Fotos machen.
Um 6 Uhr wollen wir losfahren.
Herrlich die Berge, und diese Ruhe beim Naturcamping Stockham in Hüttschlag (Großarltal, Talschluss, Salzburg).
Aber alles der Reihe nach:
Tatsächlich wir haben es geschafft um 5 Uhr aufzustehen, duschen, Kaffee trinken und mein Zigaretterl zu rauchen.
Vom Stellplatz ist zur Sicherheit Wolfgang weggefahren. Nach der Schranke vom Campingplatz hab ich das Steuer unseres Schnuckis übernommen. Durch viele enge Straßen, aber zum Teil auch schon ausgebaut, engen Kurven, schöner Landschaft ging es auf der Küstenstraße Richtung Fähre. Sogar unsere “Allesfresser -Möwen” sind wir auf der Straße begegnet, die gerade einen Igel fraßen. Wir haben uns vorgenommen die Fähre um 9 Uhr zu nehmen. Da wir aber sehr zeitlich weggefahren sind und auch bei den Brücken in Mali Losinj und Osor keine Wartezeiten hatten, haben wir die Fähre um 7.30 Uhr schon erwischt. Super, als letztes Fahrzeug sind wir noch raufgefahren. Kaum an Deck haben wir das Festland auf der anderen Seite schon wieder gesehen. Apropos von oben: Unser Schnucki ist am Dach ordentlich schmutzig!!! Sollte mal gereinigt werden. Ab Brestova hat Wolfgang das Auto wieder gelenkt. Auf einer schönen Anhöhe entlang der Küste war dann mal Frühstück angesagt. Zwar mit 3Tage alten Brot, aber besser als gar nix, wenn man Hunger hat.
Zu diesem Zeitpunkt bin ich auf die glorreiche Idee gekommen, wir hätten eigentlich alles was wir vorgehabt haben über den Haufen schmeißen und in Kroatien die Küste weiter entlang Richtung Dubrovnik fahren können. Aber gut, jetzt ist es zu spät, wir sind schon wieder am Festland Richtung Österreich unterwegs. Na vielleicht ein anderes Mal.
Als Beifahrer konnte man sich ja nicht mal ausrasten. Entweder es war in Kroatien die Grenzkontrolle, wo man ja noch die Pässe herzeigen muss oder die Autobahnmaut zu bezahlen. Für Slowenien haben wir uns eine Vignette kaufen müssen (für 1 Monat 30 Euro).
Dann kam noch der Karawankentunnel, der Slowenien mit Österreich verbindet, sowie der Tauern- und Katschbergtunnel, wo bei St. Michael im Lungau eine Gebühr von 18,- Euro kassiert wurde. Auf dem überfüllten Asfinag Parkplatz haben wir noch entsorgt.
Da fällt mir noch eine Story ein. Der oder diejenige die mich kennt, würde sagen typisch Steininger:
Seit ein paar Tagen ist mir aufgefallen, dass beim Küchenfester Salz liegt. Nachdem immer das Fenster offen war und der Wind vom Meer genau dorthin wehte, bin ich davon ausgegangen, dass das Meersalz ist und sich dort ablagert. Na gut, mehr hab ich mir dabei nicht gedacht. Am Asfinag Parkplatz im Lungau sagte ich zu Wolfgang, schau, das wird immer mehr das Salz. Bröckelt das jetzt erst alles ab? Da war schon ein ganzer Haufen Salz. Nun, das konnte nicht sein und haben in der Klappe oberhalb des Fensters nachgesehen. Da haben wir dann die Bescherung gesehen. Ein Salztopf ist umgefallen, der hat das alles angerichtet. Das hatte dann natürlich zur Folge – putzen!!! Typisch ich…
Unsere Tussi hat uns dann über Wagrain gelotst (wo wir noch beim Billa Kleinigkeiten und Eis eingekauft haben).
Schon vor dem Karawankentunnel haben wir die Berge in Österreich gesehen.
Gegen 16.30 Uhr haben wir dann unseren Stellplatz (der uns 15 Euro pro Tag für beide samt Auto kostet) bezogen.
Mit Kaffee für Doris, für Wolfgang das von Doris eingekühlte Bier lassen wir den Tag im Liegestuhl rundherum von Bergen bewacht, ausklingen.
Ein ordentliches Gewitter zieht auf. Blitz und Donner und auch der Regen lässt nicht lange auf sich warten. Einerseits kühlt es im Inneren ein wenig ab, wir haben es schon auf 26 Grad geschafft, andererseits sind wir die “Kälte” nicht mehr gewohnt.
Zum Essen gibt es sicher auch noch was, Restln von den letzten Tagen.

Sonntag, 7.6.

 
Heute gehen wir zum Schödersee. Da wissen wir, dass die Tour sehr schön ist.
Für Mama: das ist Richtung Hüttschlag, beim Talwirt geht man zum Ötzlsee ca. 40 Minuten, dann weiter hinauf, wo wir schon gemeinsam mal waren, wo man auf den Steinen hinauf musste, wo so viel Wasser am Wanderweg war. Du bist dann bald in der Sonne sitzen geblieben und hast auf uns gewartet. Kennst dich aus?
Vor dem Frühstück duschen. Jetzt kostet der Stellplatz schon 15 Euro und dann fürs duschen 1 Euro. Also gut, wir dachten uns halt wir gehen gemeinsam duschen, ich als erste. Kurz nass machen, einseifen, abduschen. Fertig. So jetzt Wolfgang, nass machen, einseifen und dann war der Euro verbraucht, er stand da eingeseift und ohne Wasser. Also noch einen Euro. Das finde ich nicht in Ordnung, das ist zu teuer, wir duschen im Schnucki und lassen den Abfluss offen. Aber abgesehen davon für was wir duschen waren, kaum unterwegs schwitzten wir schon wieder.
Bei 16 Grad in der Früh sitzen wir mit einer Jacke bei herrlichem Panorama draußen beim Frühstück. Aber es lohnt sich. Um 9.30 Uhr geht’s los. Bei blauem Himmel und Sonnenschein sind wir gegen Mittag am Schödersee angelangt. Wir wollten noch Richtung Arlscharte gehen, leider ist es nicht möglich, weil das Wasser sehr hoch ist und keine Möglichkeit besteht, dies zu umgehen. Also machen wir beim See Rast, es gibt scharfe Chiliwürstel für Wolfgang und Wassermelone für mich. Der Rückweg dauert für mich meist genauso lange, weil ich ja schauen muss. Die verschiedensten Almblumen blühen natürlich schon, die Almen sind schon schön grün und die vielen Wasserfälle rundherum. Einfach nur schön. Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll, man muss es selber sehen. Das Großarltal hat den Namen “Tal der Almen” zurecht.
Heute werde ich wieder mein T-Shirt ohne Ärmel waschen müssen. Nicht, dass ich vielleicht zu wenig Gewand mit hätte, Kurzarm T-Shirts zum “Saufüttern”, Regenjacke, Wanderjacke, warme Jacke, lange Hosen, Schal und Haube – nein Scherz das habe ich nicht mitgenommen – sogar Pullover habe ich mit, aber dass es so heiß wird, dass ich 2 Wochen lang nur T-Shirts ohne Ärmel und kurze Hosen brauche, auf diese Idee bin ich nicht gekommen.
Am späten Nachmittag sitzen wir bei Bier und Kaffee mit Campingnachbarn, die aus dem Raum Frankfurt kommen, beisammen zum Quatschen.
Für heute hat sich Wolfgang einen Wurstsalat gewünscht. Na diesen Wunsch hätte ich ihm erfüllen können, wenn nicht unsere Nachbarn die Idee gehabt hätten, Pizza zu bestellen. Uuuur lecker, aber jetzt hab ich wieder für eine Weile genug von Pizza, bin satt für zwei Tage.
Unsere Hausfrau hat uns eine Gewitterwarnung mit Sturm und Hagel für 19.30 Uhr vorausgesagt. Diese ist auch zeitgerecht nach dem Pizzaessen natürlich im Freien, zu viert mit Kind, eingetroffen. Das Wetter soll angeblich auch so bleiben. Untertags schön und am Abend gewittrig. Solange es in der Nacht regnet, soll es mir recht sein.
Für morgen habe ich eine große Tour ausgesucht. Wir werden mit dem Bus schon um 7.20 Uhr 3 Stationen Richtung Hüttschlag fahren. Von dort aus haben wir vor zur Hubalm über Spielkogel und Modereggalm zum Schnucki zurück zu wandern. Hoffentlich hab ich mir da, wie immer, nicht zu viel vorgenommen (würde Mama jetzt sagen, aber du hast ja einen Wanderplan, schau dir an, wo wir gehen wollen). Wenn alles schief gehen sollte oder wir keine Lust mehr haben, drehen wir ganz einfach um und fahren mit dem Bus wieder nach Hause.

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