3 Woche

Montag, 15.6.

 
Schläfst du schon war in der Nacht die Frage. Nein, die Antwort. Aber wenn die Schnellbahn in beiden Richtungen jetzt drüber fährt, haben wir 20 Minuten zum Einschlafen bis die nächste kommt.
Also haben wir diese Nacht auch überstanden. Nach dem Frühstück mit sehr kross gebackenen vom Bäcker geholten Semmeln sowie Ver- und Entsorgung fahren wir los. Bis zur ersten Ampel. Was hängt denn da bei den Scheibenwischern über die Motorhaube? Ah ja, meine stinkenden Socken hab ich zum Trocknen aufgehängt. Außerdem hat Wolfgang die Frontscheibe von unseren Selbstmördern endlich befreit und geputzt. Wie gesagt, ich hätte es auch gemacht aber ich bin zu klein gewachsen. Heute fahren wir Richtung Usedom. Auf der Fahrt dorthin wird die Landschaft immer flacher. Schaut genauso aus, wie wenn wir nach Breitensee fahren. Die Insel selbst ist nur über die Peenebrücke in Wolgast zu erreichen. Allerdings sind wir vor der Brücke wie in Serpentinen im Stau gestanden. Also warten. Diese Gelegenheit nutzte ich um auf die Toilette im Schnucki zu gehen. Kaum sitze ich, muss Wolfgang weiterfahren. Na gut, soll ja kein Problem sein, wenn ich nicht auch noch irrtümlich den Wasserhahn für die Brause erwischt hätte. Somit war ich auch gleichzeitig geduscht. Eigentlich wollten wir bis Karlshagen fahren und dort ein wenig spazieren gehen. Daraus ist nichts geworden. Wir haben zu lange vor der Brücke warten müssen. Also haben wir den nächsten Parkplatz anvisiert und somit sind wir in Wolgast gelandet. Spazieren gehen, was Gute zum Essen machen (Ripperln gekocht mit Senf und Brot) und dann zum nahe gelegenen Club in Greifswald weiter gefahren. Ein Kaffeetscherl und ein Nickerchen – der Clubabend beginnt erst um 19 Uhr. Da haben wir noch gut zwei Stunden Zeit.
Der Clubabend war mit mehreren Gästen gut besucht. 3 Squares konnten gebildet werden. Wir sind nach Ende des Clubabends aber gleich weitergefahren, da es hier ja sehr lange hell ist. Nach Stralsund, über die Rügenbrücke Richtung Sassnitz, bei Glowe vorbei nach Altenkirchen. Viele Wälder und hohe Kiefern befinden sich am Wegesrand und auf der rechten Seite sollte die Ostsee sein. Leider ist sie nicht mehr zu sehen, dafür ist es doch schon zu dunkel. Zum Teil hat es Straßenabschnitte gegeben, die mit Pflastersteinen verlegt wurden. Dementsprechend hat alles im Schnucki durchgerumpelt. Die Städte Glowe und Altenkirchen sind auch ausgezeichnet worden als staatlich anerkanntes Erholungsgebiet. Na bitte, dann sind wir hier ja richtig zum Erholen die letzten Tage. Angekommen kurz vor Mitternacht bleiben wir am Transitparkplatz bis morgen früh stehen.

Dienstag, 16.6.

 
Angekommen an unserer letzten Station unseres 3-wöchigen Urlaubes am Stellplatz am Knauss Wohnmobilhafen in Altenkirchen auf Rügen hat es in der Früh im Schnucki 15 Grad und draußen kalte 11 Grad. Es scheint keine Sonne. Das Wetter soll diese Woche sehr durchwachsen werden. Den Stellplatz, den wir uns ausgesucht haben ist wirklich riiiiesig. Wir stehen quer am Platz mit Blick auf die Ostsee. Für diesen Meerblick mussten wir aber extra 5,- Euro bezahlen. Zum draußen sitzen ist es zu kalt, dafür haben wir einen guten Ausblick von der Sitzecke auf den Strand der Ostsee.
Um 6 Uhr muss ich auf Toilette. Da könnte ich ja gleich die Heizung aufdrehen. Komisch die fängt nicht zum knacksen an. Ich hab das Gas noch nicht aufgedreht, kommt es vom schlafenden Wolfgang aus dem hintersten Teil unseres Schnuckis. OK, dann schnell wieder unter die Decke, Toilettengang wird auf später verschoben. Um 7 Uhr halte ich es nicht mehr aus, sonst mach ich mich an. Brrr ist mir kalt. Mit Ganslhaut gschwind Toilette, Katzenwäsche und in ein Gwand. Endlich, Wolfgang steht auf um das Gas aufzudrehen und dann die Heizung. Schon nach kurzer Zeit ist es warm herinnen. Nachdem ich im Vorfeld schon verschiedene Sehenswürdigkeiten aus dem Internet gesucht und gefunden habe (Kap Arkona, Kreidefelsen, Nationalpark Jasmund etc.) steht bald fest, dass wir heute mit dem Rad zum Kap Arkona fahren. Laut Wegweisern ca. 8km. Also gut und was zieh ich an? Strümpfe, Jeans, Kurzarm T-Shirt. Das ist zu wenig. Ich hab keinen Pulli mit fällt mir auf. Kurzerhand schlüpfe ich in Wolfgangs Pullover, der zwei mithat. Na da war er wiffer als ich. Drüber noch die Windjacke. Turnschuhe und die Radhandschuhe. Los geht’s. Bergauf, bergab führt uns der Weg zuerst beim Parkplatz zum Kap Arkona vorbei, wo man mit der Arkonabahn zum Kap und nach Vitt mit Halt am Rügenhof fahren kann. Nix für uns, ist was für ältere Leute, die nicht mehr Laufen können. Der erste Halt führt uns zum Rügenhof in Putgarten, der ein traditioneller Standort für altes Gewerbe und Handwerk ist. Korbflechterei, Schmuck- und Duftladen, vor allem Bernstein in seinen vielseitigen Formen und Farben, Kerzenladen, Kreativ-Mode-Atelier, wo ich eine ganz tolle Herbstjacke gesehen habe. Wenn die nicht so teuer gewesen wäre, hätte ich sie mir sofort genommen. Hab sie sogar probiert. Aber 140 Euro waren mir dann doch zu viel. Man findet natürlich harte Getränke, wie das Arkona Feuer (wird mit 50% Alkohol versetzt), und alles was man aus Sanddorn machen kann (Likör, Seife, Lippenbalsam, Tee, Kekse, Schnaps, Marmelade, Säfte etc.) sowie Schmuck aus Bernstein in allen Variationen. Nicht zu vergessen das Rügener Kreidemännchen (das Maskottchen der Insel). In der Sage spielen Zwerge eine große Rolle. Es gibt schwarze, braune, grüne und weiße Zwerge, wobei die weißen Zwerge in den Kreidefelsen leben, freundlich und immer guter Dinge sind. Sie tragen alle ein goldenes Glöckchen, das sie von den Elfen bekommen haben. Die Kreidemännchen gibt’s natürlich auch in allen Variationen. Wir haben uns einen genommen der in einem Strandkorb liegt. Souvenirs für unsere lieben Nachbarn Michi und Robert dürfen natürlich auch nicht fehlen. Wir fahren weiter bis zum Kap. Zwischen hohen Kiefern und violett blühenden Feldern vorbei. Schon von weitem konnte man die zwei  Leuchttürme sehen, wobei der größere neue noch in Funktion steht und eine Signalfeuerstation hat, der kleinere gleich daneben, der Schinkelturm der bekannteste Leuchtturm der Ostsee ein Museums- und Ausstellungsturm ist, wo auch geheiratet werden kann. Dort angekommen tummelten sich schon jede Menge Leute, außerdem ist mir heiß. Hab auch viel zu viel an. Aber wenn es doch so kalt war beim Wegfahren. Da musst jetzt durch. Auf den neu errichteten Leuchtturm gehen wir hinauf. OK, mir ist ja eh noch nicht warm genug. Es liegen 186 Stufen vor uns. Mit zwei Mal stehen bleiben, bin ich oben angelangt, erledigt und bekomme keine Luft. Derweil habe ich in den drei Wochen gar nicht viel geraucht. Die Aussicht ist traumhaft, leider aber bewölkt. Man kann in weiter Ferne die Kreidefelsen sehen. Leider machts der Fotoapparat nicht größer. Am Kap kann man auch noch den Peilturm, der der Überwachung des englischen Kurzwellen-Verkehr diente und jetzt Kunstausstellungen zu verschiedenen Themen gezeigt werden, den Burgwall (leider war der Weg dorthin gesperrt) und auch Marine Bunkeranlagen besichtigen. Weiter mit dem Rad geht der Weg in das kleine Fischerdorf Vitt. Ein kleines denkmalgeschütztes Dorf, das eine kleine sechseckige Uferkapelle besitzt. Zum Teil sind die Häuser mit Stroh bedeckt. Da Wolfgang Hunger hat kauft er sich eine Bockwurst. Nachdem wir Bockwurst nicht kennen sind wir gespannt was das ist. Aha, eine Kacker. Jetzt kennen wir uns auch aus. Am Strand gibt es geräucherten Fisch (Heilbutt, Zander, Lachs – 10dag um 2,20 Euro, etc.). In einem kleinen Souvenirladen finde ich die letzte Ansichtskarte, die ich meinem Chef schicke. Gleich ausgefüllt werfe ich sie in den dortigen Briefkasten. Gleich darauf wird der Postkasten vom Postler geleert und mitgenommen. Sowas hab ich auch noch nie erlebt. Zurück zur Hauptstraße müssen wir das Rad hinaufschieben, Na bumm, da sind wir runtergefahren?  Viel gesehen und gelesen fahren wir zurück zum Schnucki. Uns hängt der Magen bis am Boden, ist es auch schon 15.30 Uhr. Naja das letzte Essen war das Frühstück. Erst mal raus aus der Jacke und dem Pulli, der so verschwitzt ist, dass ich ihn zum Trocknen aufhängen muss. Na zu blöd sowas. Jetzt nur noch Fleckerln kochen und mit dem Kraut vermischen. Mmhh lecker. Anschließend wird noch ein Rahmkuchen im Omnia gemacht. Kaum ist der fertig, schau da kommt die Sonne raus. Schnell in eine dicke Jacke und ein Stück den Strand entlang laufen. Von oben schaut das Meer grünlich aus, aber es ist total klar. Nur am Rand liegt ganz viel von dem abgestorbenem Gras, das erbärmlich stinkt. Da möcht ich nicht schwimmen gehen müssen. Beim Zurückgehen fällt mir auf, dass Leute, egal ob jung oder alt, mit einem Staberl in der Hand in dem grauslichen Mist was suchen. Kurzerhand habe ich ein junges Paar danach gefragt. Man sucht nach Bernstein. Tatsächlich hatte er auch ein kleines durchsichtiges Sackerl mit schon vielen kleinen in bräunlicher Farbe gehaltenen Steinchen dabei. Mittlerweile hat die Sonne das Kommando übernommen. Es wird immer schöner. Wir gehen zurück und legen uns noch gemütlich in unsere Sonnenliegen. Man spürt die Wärme der Sonne im Gesicht und den kalten Wind der unten durchbläst. Also bin ich da nicht sehr lange gelegen. Danach war Geschirrwaschen angesagt. Hab ja viel benutzt. Diesmal aber im Schnucki, weil uns die Gebühr für den Sanitärbereich doch ein wenig zu hoch erschien. Ein Kaffee und den leckeren Kuchen gab es danach.
Morgen wollen wir zum Nationalpark Jasmund mit seinen Kreidefelsen fahren. Natürlich mit dem Fahrrad. Sind angeblich ca. 28km. Wir wollen gleich nach dem Frühstück losfahren, weil das Wetter angeblich ab Mittag schlechter werden soll. Zwar wärmer als heute aber regnerisch. In der Nacht zum Teil nur Temperaturen um 4 Grad. Na das soll ein Sommer sein? Ab Donnerstag bis zum Wochenende wird es wieder kühler. Wir sind am überlegen, ob wir nicht schon früher unsere Fahrt Richtung Heimat antreten sollen. Na schau ma mal.

Mittwoch, 17.6.

 
Um 6 Uhr bin ich das erste Mal munter. Die Sonne scheint. Gut gelaunt, mit Freude und Enthusiasmus schwingen wir uns nach einem, wie immer gemütlichem Frühstück, gegen 9 Uhr, auf die Räder. Diesmal habe ich keinen Pulli angezogen, sondern “nur” die gefütterte Windjacke. Außerdem nehmen wir uns Pfirsiche mit, die wollen auch gegessen werden. 28km liegen vor uns. Es geht, wie gestern besprochen nach Stubbenkammer, dem Nationalpark Jasmund, ein UNESCO Welterbe mit Kreidefelsen und Königsstuhl. Beim Wegfahren wussten wir noch nicht, dass dieser Tag ein erlebnisreicher Rad- und Wandertag werden soll. Kaum um die erste Ecke bläst uns der Wind genau entgegen und das bergauf, bergab. Na servas, wenn wir die ganze Zeit Gegenwind haben, schaffen wir das nie. Auf der Hauptstraße bis Glowe ist der Radweg ganz toll ausgebaut. Zwar bergauf, bergab aber das stört nicht. Wir fahren das meiste im Wald, also windgeschützt. Hohe Kiefern, der Boden ist zum Teil mit feinem Sand fingerdick überzogen. Der Waldboden ist übersät mit frischem und auch trockenem Moos. Farne am Wegesrand und viele Bockerln liegen herunten. Na super, denke ich mir, das ist eine tolle Strecke. Ja, bis zu einer Therme in Jasmund. Dann ist es lustig geworden. Es gab keinen Radweg mehr und auch keine Hinweise. Nur mehr Wanderwege zum Nationalpark. Na gut, dann fahren wir halt auf den Wanderwegen. Ja dengste, warum glaubst heißen die einen Radwege und die anderen Wanderwege? Über Stock und Stein, auf ganz schmalen Wegerln durch ein Feld, ganz schlimm gepflasterten Straßen, natürlich immer steil bergauf und bergab, wo ich bergauf fast immer das Rad schieben musste, schwitzte ich mich zu Tode. Ausziehen konnte ich mir die Jacke aber auch nicht mehr, sonst werde ich krank. Das kann ich auch nicht gebrauchen. Na endlich denken wir uns, jetzt kann es nur mehr besser werden. Da müssen wir jetzt rechts abbiegen. Was da soll ich rauffahren, na wirklich nicht. Wieder schieben und das durch den ganzen Ort. Ich war fertig. Jetzt müssen wir über die Straße. Ein schöner Weg bis zu einer Steigung, richtig, wieder schieben. Oben angelangt steht ein Schild zum Runterfahren mit 10%Gefälle. Ich war außer Atem. Da wundert mich nichts mehr. Da ist jetzt auch noch eine Baustelle. Na gut der Gehweg, das Rad schiebend tuts auch. Schau mal, da steht endlich das Schild Parkplatz Königsstuhl und Nationalparkzentrum. So, wo die anderen die mit dem Auto kommen jetzt zu Fuß weiter müssen, fahren wir mit dem Rad. Schön wärs. Auch wir müssen unsere Räder abstellen und versperren sie. Wir nehmen den 1stündigen Wanderweg. Ich glaub der reicht uns. Nach einer  nette Wanderung im Nationalpark erreichen wir den Kassabereich, wo uns die Ticketverkäuferin für beide 16,- abknöpft. Ein stolzer Preis. Aber so schnell werden wir diese Gegend nicht mehr sehen, als blechen, wenn du was sehen willst. Zum Nationalparkzentrum Königsstuhl gehören unter anderem eine Erlebnisausstellung, Multivisionskino, ein Nationalparktheater als Freilichtbühne, Führungen, Themenwanderungen, wie natürlich auch eine Königsstuhl-Aussichtsplattform (118m Höhe). Wir machen viele Fotos vom Königsstuhl und den Kreidefelsen. Wirklich beeindruckend. Muss man gesehen haben. Anschließend machten wir eine Führung mit, wo wir mit einem Multivideosystem ausgestattet wurden (also Gerät und Kopfhörer). War sehr interessant und informativ. Nach dieser Führung schauten wir mal auf unsere Uhr. Na servas, schon so spät? Da war doch noch was. Ja genau, eine Stunde zum Gaul zurückwandern und dann radln. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich mir noch nicht vorstellen, wieder aufs Rad zu steigen. Schneller als man denkt sitzen wir wieder am Gaul. Die gleiche Strecke wieder zurück. Aber siehe da, es scheint noch die Sonne. Super, hoffentlich bis wir beim Schnucki zurück sind. Aber der Weg zurück wurde immer länger und länger. Ich konnte nicht mehr sitzen. Um mich davon abzulenken wie weit es noch ist, habe ich die vielen Radfahrer, die jetzt unterwegs waren, beobachtet. Ob mit Mountainbike, Rennrädern oder einfachen Fahrrädern wie wir sie haben,
freundlich oder böse schauende Menschen. Manche mit kurzen Hosen, manche mit langen Hosen, kurzen T-Shirts, Jacken, Pullover (Wolfgang mit dicken Sweatshirt und Windjacke), Rennanzügen, Hut oder Kappe, mit oder ohne Sonnenbrille, Schlapfen oder festen Schuhen – alle hatten scheinbare Freude am Radfahren. Etwa eine halbe Stunde bevor wir beim Schnucki angekommen sind hat es zum Tröpfeln begonnen. Ist sich super ausgegangen. Gott sei Dank, mein Hintern darf sich vom Sattel meines Gaules befreien. Welche Wohltat. Bin gespannt, wie lange ich nicht gscheit sitzen werden kann. Wolfgang montiert noch schnell die Räder am Schnucki. Ich mach uns was zum Futtern. Die Pfirsiche haben den Weg auch umsonst gemacht. Die sind wieder mit Heim gefahren, allerdings schauen Sie jetzt ein bisserl anders aus. Kaum sitzen wir beim Essen fängt es auch schon, wie vorausgesagt, zum Regnen an. Nachdem das Wetter wirklich so wird, wie der Radio vorausgesagt hat, machen wir uns morgen früh auf den Weg Richtung Heimat. Eine ruhige aber regnerische Nacht (hört man gut am Autodach) steht uns bevor.
Wenn es in der Früh nicht regnet, wollen wir noch den Rügenmarkt in Thiessow (ganz im Südosten am letzten Zipfel) besuchen.

Donnerstag, 18.6.

 
Der Wind hat in der Nacht ganz schön geblasen. Die Abdeckung von den Fahrrädern hat Wirbel gemacht. Nach einer “ausgedehnten” Dusche wird alles zum letzten Mal im Schnucki verstaut. Es liegt eine laaaange Autofahrt vor uns. Gut 11 Stunden und ca. 1000km. Wir werden nicht durchfahren. Schau ma mal wie lange es uns freut.
Nachdem es wenigstens nicht regnet wird die Rechnung für den Stellplatz bezahlt, von der Ostsee Abschied genommen und fahren zum Rügenmarkt im Ostseebad Thiessow. Beim “Rasenden Roland” (eine mit Dampflok betriebene Schmalspurbahn) der zwischen den Städten Thiessow und Lauterbach pendelt, vorbei. Auch die Städte Ostseebad Binz und Sellin durchfahren wir. Ein sehr schöner Markt mit vielen heimischen Produkten werden dort angeboten. Der Markt ist direkt beim Hafen aufgebaut. Es spielt und singt ein Straßenmusiker Lieder “von der Seefahrt”. Es herrscht ein Markttreiben, so wie man es sich vorstellt. Wir kaufen heimische Produkte, wie Rügener Leberwurst, Mettwurst, Kantschinken und Bisonwürstel. Haben alles vorher kosten können. Na ur lecker. Bei einem Stand Topfenbällchen mit Zucker ganz frisch herausgebacken, können wir nicht vorbeigehen. Die werden auch sofort verdrückt. Am besten schmecken sie halt frisch. Nun aber endlich die Rückfahrt antreten. Wolfgang sitzt als erster am Steuer. Kaum weggefahren stehen wir bei einer Umleitung im Stau. Vorbei an Bergen und Stralsund Richtung Berlin auf der A20 sind wir dann auf der Suche nach einer Tankstelle. Tankstelle gefunden und Doris übernimmt das Steuer, die Sonne scheint und sie braucht ihre Rocker Sonnenbrille die sie dann auch aufsetzt. Da die Schuhe drücken möchte sie den rechten Schuh ausziehen, na servas.
Jetzt schaut’s cool aus, Rockersonnenbrille, einen Schuh und einen bunten Socken hat’s jetzt beim Autofahren an. Fast wie Pippi Langstrumpf sieht sie aus. Es ist bereits 18.30 Uhr, Dresden liegt hinter uns. So, jetzt bräuchten wir demnächst sowas wie einen Platz für unser Schnucki, wo wir endlich was essen und schlafen können. Da kommt aber nix. Schau, da steht, dass man in 8km die Vignette für Tschechien bekommt. Und jetzt? Wir hatten vor noch in Deutschland auf einem Autohof oder Mc Donalds Parkplatz zu nächtigen. Aus dem wir nichts. Also stehen wir am Parkplatz, Wolfgang holt mal die Vignette und ich mach Wurstfleckerln. Wolfgang hat gestern die Wurst geschnitten und Teigwaren koche ich sowieso immer zu viel. Also nur mehr heiß machen und schmecken lassen. Fahren wir weiter? Bleiben wir da? In Tschechien übernachten kommt für uns nicht in Frage. Wolfgang fährt weiter. Wir fahren auf alle Fälle bis Österreich. Am Asfinag Rastplatz in Hochleiten wollen wir dann ein wenig schlafen. Außerdem möchte ich dann gleich unser Schnucki innen putzen. Das hat es nötig nach 3 Wochen. In Brünn wollte Wolfgang nicht mehr und ich konnte nicht mehr Autofahren, weil ich ständig am einschlafen war. Also blieben wir kurzerhand auf einem Parkplatz bei einer Tankstelle stehen und gingen schlafen. Ich war grantig, müde und hatte von der Straße in Tschechien schreckliche Kopfschmerzen.

Freitag, 19.6.

 
Nach einer kurzen Katzenwäsche fuhren wir kurz vor 7 Uhr weiter. Unglaublich, nach nicht einmal einem Kilometer fuhren wir über die österreichische Grenze. Bis zum Parkplatz in Hochleiten war es dann nicht einmal mehr eine Stunde. Aber kein Asfinag Parkplatz. Also muss ich zu Hause das Schnucki putzen. Jetzt noch einen Kaffee und dann nach Hause. Heute steht noch putzen und Wäsche waschen am Programm. Gegen 16 Uhr sitzen wir gemütlich bei einem Kaffee von Nespresso vor der Glotze. Alles ist erledigt. Unser Schnucki glänzt nicht nur innen sondern auch außen, d.h. es ist klar gemacht für einen neuen Start. Alles ausgeräumt, geputzt, Bettzeug abgezogen, außen mit einem Hochdruckreiniger geduscht und aufgetankt. Als ich geputzt habe hat Wolfgang derweil alles ins Haus geschleppt. Mich hat im Wohnzimmer dann der ur Haufen an Klumpert erwartet, das darauf wiederum gewartet hat, weggeräumt zu werden.  Sechs Maschinen voll Wäsche sind schon aufgehängt. Es sieht schon wieder wie in einer Wäscherei aus.  So lassen wir den heutigen Tag mit ausrasten ausklingen.
Morgen werden wir zum Strawberries Dance gehen und am Sonntag nach Breitensee fahren.
Das wars dann. Ein schöner Urlaub geht zu Ende. Montag darf ich wieder ins Büro. Sabine erwartet mich bestimmt schon sehnsüchtig und mit großer Freude.

Resümee der letzten Woche:

 
Das Wetter hat zwar leider nicht ganz mitgespielt, aber es war eine abenteuerliche Woche mit vielen Erlebnissen und Eindrücken. Das Geld ist verbraucht, also war es Zeit wieder nach Hause zu kommen.
Die Reise hat sich gelohnt, wir nehmen viele Eindrücke mit nach Hause und freuen uns schon auf ein nächstes Abenteuer.
Aber die meiste Freude haben wir mit unserem Schnucki, weil es eine treue Seele ist und uns nicht in Stich lässt.
Zum Schluss möchte ich noch festhalten, wieviele Zigaretten ich geraucht und wieviel Bier Wolfgang getrunken hat (unsere Laster halt) sowie die Ausgaben an Tankfüllungen, insgesamt Ausgaben (diverse Einkäufe, Tickets, Stellplätze, etc.) inklusive Campingplatz, den wir im Vorfeld schon bezahlt haben und wieviele Kilometer wir tatsächlich zurückgelegt haben.

Also los geht’s:

 
Die Tankfüllungen haben einen Betrag von Euro 527,18 ausgemacht, wobei wir 4123km zurückgelegt und mit 420,80 Liter Diesel die Luft verpestet haben.
Die restlichen Ausgaben haben insgesamt Euro 1.400,- ausgemacht.
Na und den Bier- und Zigarettenverbrauch lassen wir dahingestellt, deshalb nennt man es auch “ein Laster haben”.

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